Ornithologe in Sorge um unseren Planeten

Umwelt Jens Hering erlebte Naturkatastrophe auf Madagaskar

Limbach-Oberfrohna. 

Limbach-Oberfrohna. Madagaskar ist für viele eine Trauminsel in Afrika - mit langen Stränden und exotischer Vegetation. Sie ist aber auch eine Insel, die dem Verderben ausgesetzt ist. Das, wovor die junge schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg aktuell warnt, scheint auf Madagaskar sekündlich stattzufinden: Der Planet wird Stück für Stück zerstört. "Wir haben schon viele Reisen in alle Welt unternommen, aber das, was auf Madagaskar passiert, ist unerträglich", sagt Jens Hering.

Menschen plüdern die Ressourcen der Erde

Der Limbach-Oberfrohnaer Ornithologe ist gerade mit seiner Frau Heidi von einem dreiwöchigen Urlaub auf der afrikanischen Insel zurückgekehrt und berichtet von katastrophalen Zuständen. Riesige Flächen einmaliger Naturlandschaft würden unaufhaltsam vernichtet. Die Einheimischen benötigten das Land für den Reis- und Getreideanbau sowie die Viehhaltung. Aber auch fremdländische Firmen, vor allem aus China, plündern laut Hering wie anderenorts in Afrika in ungeahntem Ausmaß wertvolle Rohstoffe, darunter Harthölzer und seltene Erden.

Es bleibe kein Lebensraum für exotische Tiere, wie Lemuren, Geckos oder Chamäleons und zahlreiche Vogelarten. Über letztere konnte der Ornithologe ganz neue Erkenntnisse zur unbekannten Brutbiologie des kleinen Singvogel Madagaskarrohrsänger sammeln. Zudem gelangen ihm erste Fotos eines brütenden Rohrsängers. Laut Hering habe ihm ein einheimischer Ornithologe prognostiziert, dass die Primärwälder in Madagaskar nur noch 30 bis 40 Jahre existieren werden.