Schafe sollen schwere Technik ersetzen

Projekt Naturschützer planen "Schafe unter Strom" als Beitrag für den Naturschutz in der Region

Region. 

Region. Der technische Fortschritt macht zwar viele Arbeiten auf den ersten Blick leichter, doch nicht immer wirkt sich das nur positiv aus. Der Einsatz schwerer Maschinen bei Mäh- oder Fällarbeiten ist beispielsweise für die Natur nicht optimal. Auch unter Hochspannungsleitungen ist das ein Thema. Hier müssen im Abstand von ein paar Jahren Büsche und kleine Bäume beseitigt werden, was einen erheblichen Eingriff in Lebensräume darstellt. Der Landschaftspflegeverband Westsachsen, der Träger der Kreisnaturschutzstation in Neukirchen ist, hat nun ein Projekt vorgestellt, bei es anders gehen soll. Es trägt den Titel "Schafe unter Strom" und soll verschiedene positive Entwicklungsmöglichkeiten vereinen.

"Schafe unter Strom" als wichtige Landschaftspfleger

"Die wenigen wertvollen Flächen, die es im Landkreis gibt, sollen durch die Beweidung verbunden und beweidete Flächen aufgewertet werden", erklärt die Projektverantwortliche Anika Lemm. Durch Wanderschäfer mit ihren Tieren, die reichlich Appetit auf Gräser und Triebe von Büschen haben, sollen die Trassen kontinuierlich freigehalten werden. Ökologisch bringt das viele Vorteile. Deshalb gelten Schafherden auch als wichtige Landschaftspfleger, die allerdings immer seltener werden. "Als Resultat der Offenhaltung der Flächen und den sich entwickelnden kleinräumlichen Strukturmosaiken profitieren viele Insektenarten wie Laufkäfer, Heuschrecken, Bienen oder Schmetterlinge, die wiederum wichtige Nahrungsgrundlagen für Vögel, Kleinsäuger und Fledermäuse sind", nennt der Landschaftspflegeverband die positiven Aspekte. Die Vorbereitungen für das Projekt sind angelaufen.

Dafür wurden unter anderem Gespräche mit Schäfern geführt. Wald- und Flächeneigentümer entlang der Trassen müssen ebenfalls überzeugt werden, denn für die Tiere werden wahrscheinlich auch noch weitere Weideflächen benötigt. Interessierte Eigentümer, die sich eine naturnahe Pflege ihrer Flächen vorstellen können, erreichen die Projektverantwortliche per E-Mail an anika.lemm@lpv-westsachsen.de oder telefonisch unter 03762-7596108 erreichen.