SOS: Reiseunternehmen fordern Rettung der Tourismusbranche

Folgen In Zwickau demonstrierten Mitarbeiter des Tourismus

Zwickau. 

Der Ruf der Deutschen, Reiseweltmeister zu sein, dürfte zumindest in diesem Jahr den Bach runtergehen. Bedingt durch die Corona-Pandemie sind zahllose Urlaubsreisen ins Wasser gefallen. Um auf die damit zusammenhängenden Probleme aufmerksam zu machen, gingen gestern bundesweit tausende Mitarbeiter der Tourismusbranche auf die Straße, um staatliche Rettungsmaßnahmen für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze einzufordern. Dazu aufgerufen hatte das Aktionsbündnis "Rettet die Tourismusbranche". Auch in Zwickau versammelten sich ab 11 Uhr 45 Teams von Reisebüros zunächst zu einer Kundgebung auf dem Hauptmarkt. Im Anschluss zogen sie mit Koffern, Urlaubsutensilien und Transparenten bewappnet durch die Innenstadt zum Platz der Völkerfreundschaft. Dort trafen sie sich mit Vertretern von zehn Reisebusunternehmen, um gemeinsam noch einmal auf die Dramatik ihrer Situation hinzuweisen.

Forderung: Soforthilfe

Ihre Forderung: Eine finanzielle Soforthilfe für die Zehntausenden kleinen und mittelständischen Unternehmen der Tourismusbranche. Diese Hilfe sollte zeitnah ausgezahlt werden und nicht rückzahlbar sein. Die Finanzhilfe könnte beispielsweise in Form eines Notfallfonds bereitgestellt werden, der speziell für die Tourismuswirtschaft eingerichtet wird. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes hängen in Deutschland rund 2,9 Millionen Arbeitsplätze am Tourismus. Allein die rund 11.000 Reisebüros sichern bundesweit bis zu 100.000 Arbeitsplätze. Hinzu kommen noch die Mitarbeiter von etwa 3000 kleinen und mittelständischen Reiseveranstaltern.