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Traicing: Eine Erfindung "made in Sachsen"

MOTORSPORT MSC Thurm setzte Corona-Motocross-Meilenstein

Thurm. 

Thurm. Nach diversen Lockerungen nach oder während der ersten und kurz vor der bereits drohend angekündigten zweiten Corona-Welle gibt es inzwischen ein paar zaghafte Versuche, auch Motorsportler wieder zu ihrem Recht kommen zu lassen. Trainieren können sie aktuell hier und da wieder, aber Wettkämpfe sind in Deutschland weiter fast unmöglich. Jörg Fiedler, der Vorsitzende des MSC Thurm, war nun sehr kreativ und erfand das sogennante "Traicing". Dazu lud er am gestrigen Samstag sowie heutigen Sonntag Motocross-Fahrer aus ganz Deutschland auf die Moto-Cross-Arena "An der Lindenallee" in Thurm ein und bot diesen, natürlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit, eine abgewandelte Form eines Renntages.

Traicing? Nie gehört.

Traicing ist eine frei erfundene Kombination der Worte Training und Racing, wobei echtes Racing wegen der vielen Auflagen nicht stattfinden durfte. Der Tag begann dennoch wie bei richtigen Wettkämpfen mit diversen Trainings mit Zeitnahme und allem Pipapo. Am Nachmittag gab es dann kleine Wettkämpfe, allerdings ohne den Motocross-typischen Massenstarts, sondern ein Zeitfahren der Protagonisten. Auch hierbei wurden die Zeiten gestoppt, sodass man am Ende sogar eine Wertung hatte. Einzig die Kämpfe Mann gegen Mann fanden nicht statt, sondern waren Fernduelle bei immerhin gleichen Bedingungen.

Selbst WM-Pilot am Start

"Das war ein gutes Konzept und definitiv zielführender als allein irgendwo zu trainieren", sagte der prominenteste Teilnehmer Tom Koch. Der Thüringer, der ist sonst in der höchsten deutschen Motocross-Serie ADAC MX Masters sowie in der Weltmeisterschaft am Start ist, brachte gleich noch seinen älteren Bruder Tim mit. Zusammen gaben sie es sich ordentlich, was auch für die weiteren Starter zutraf, denen man deutlich ansah, dass sie an diesem Ersatz-Rennformat viel Spaß hatten.

Neben den Koch-Brüdern kam mit dem vor zwei Jahren zurückgetretenen Stephan Büttner ein weiterer in Deutschland bestens bekannter Motorcrosser aus Thüringen zum Traicing nach Thurm. Die starke Sachsen-Fraktion führten der Lugauer Jan Uhlig, Justin Trache aus Chemnitz, der Brandiser Laurenz Falke, Lukas Fiedler, der Sohn des Initiators Jörg Fiedler, sowie die weiteren Club-Fahrer des gastgebenden MSC Thurm, Richard Leißner (Chemnitz), Tom Landgraf (Neuwürschnitz) und Jimmy Opitz (Werdau) an.

Lobeshymnen

123 Motocrosser und Motocrosserinnen (es gab auch eine Ladys-Klasse mit elf Stollenritterinnen) fanden insgesamt den Weg nach Thurm. Dabei kamen sogar Fahrer aus Bayern und Baden-Württemberg, denn dort ist derzeit noch nicht einmal Training möglich.

"Mit der Resonanz bin ich sehr zufrieden. Das war das erste Mal und etwas völlig Neues, sodass man eigentlich gar keine richtige Vorstellung hatte, wie die Veranstaltung angenommen werden könnte. Aber die Fahrer waren alle voll des Lobes, also dürften wir das richtig gemacht haben. Ein großer Dank auch an die Mitglieder unseres MSC Thurm. Wir haben vor vier Wochen mitb den Vorbereitungen angefangen und zunächst eine unbürokratische Befragung gemacht, ob wir das machen sollten. Fast alle haben sofort ihre Beteiligung zugesichter, sodass es losgehen konnte. Somit war das rundum eine tolle Sache", bilanzierte Jörg Fiedler nach dem ersten und einmaligen Traicing.