Wer will, darf in die Tasten hauen

Ideen In der Zwickauer Innenstadt steht ein Klavier für jedermann

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Jan Hertel gestern am Klavier in der Zwickauer Innenstadt. Foto: msz/Alfredo Randazzo

Zwickau. Da steht doch ein Klavier auf der Straße. Augenreibend umkreisen Passanten das Instrument an der Ecke Innere Plauensche/ Magazinstraße. Manch einer schüttelt den Kopf, andere schmunzeln wie Julia Tunger (35): "Wohl wieder einmal eine neue Marketing-Idee, ein bisschen ungewöhnlich, aber durchaus ansprechend. Ich kann leider nicht Klavierspielen".

Musikalische Töne in der Innenstadt

Dagegen nutzte Jan Hertel (39) aus Zwickau gestern die Gunst der Stunde und haute einen Song von den Beatles in die Tasten: "Ein Klavier für jedermann! Ich liebe es, Piano zu spielen!"

Geboren wurde die Idee durch einen von der Jury prämierten Vorschlag von Hendrick Schädlich. Dieser begründete seinen Gedanken damit, dass es einer Stadt mit so viel musischer Tradition gut zu Gesicht stünde, wenn sich dies auch im täglichen Stadtbild widerspigeln würde.

Firma kümmert sich um Instandhaltung

Realisiert werden konnte das Projekt schließlich durch die Unterstützung der Firma Pianohaus Bayer & Piano Ritter. Die 1999 von Klavierbaumeister Klaus Bayer gegründete Firma stellt das Instrument zur Verfügung und wird durch regelmäßiges Stimmen Sorge dafür tragen, dass keine Misstöne erklingen.

Die Patenschaft für das Projekt übernahmen die Zwickau Arcaden, so dass die nächtliche Sicherheit und der Schutz vor schädlichen Wettereinflüssen gewährleistet ist. Jens Preißler, Center-Manager der Zwickau Arcaden und Mitglied der Jury des Ideenwettbewerbs zur Stadtbildaufwertung, begrüßt die Aktion:

"Es lohnt sich!"

"Ich finde es klasse, dass ein weiterer Vorschlag aus dem Ideenwettbewerb umgesetzt werden kann. Dies zeigt, die Vorschläge der Bürger Zwickaus werden ernst genommen. Es lohnt sich." Spielbar ist das Instrument bei schönem Wetter und während der Öffnungszeiten der Arcaden.