Werden die neuen Glocken 400 Jahre durchhalten?

Aktion Geläut soll im Frühjahr 2020 erstmals wieder zu hören sein

Niederwiera. 

Niederwiera. Das Ereignis bleibt garantiert ganz lange in Erinnerung: Mehrere hundert Besucher haben am Sonntag im Park in Niederwiera und bei einer Rundfahrt in die umliegenden Dörfer die Weihe der neuen Glocken verfolgt - bei strahlendem Sonnenschein.

"Das waren emotionale Momente. Die neuen Glocken sollen schließlich eine Haltbarkeit von mindestens 400 Jahren haben", sagte Holger Quellmalz, Mitglied des Kirchenvorstandes, bei einem Blick auf den festlich geschmückten Wagen mit dem Geläut. Die Glocken wurden im April in Innsbruck gegossen. Sie bringen 220 Kilogramm, 300 Kilogramm und 650 Kilogramm auf die Waage. Das Geläut wird in den nächsten Monaten bei der Sanierung in den Turm der Dorfkirche eingehängt.

Ein spürbarer Ruck geht momentan durch den Ort

Die Glocken sollen wahrscheinlich im Frühjahr 2020 zum ersten Mal läuten. "Das ist unser Ziel", sagt Holger Quellmalz, der sich mit weiteren engagierten Mitstreitern um die Realisierung des Projektes kümmert und merkt, dass "momentan ein Ruck durch den Ort geht". Das hätten das Interesse an der Glockenweihe und die Unterstützung der Spendenaktion gezeigt.

Für die Anschaffung und Sanierung fallen 450.000 Euro an

Die Dorfkirche in Niederwiera hat eine bewegte Geschichte. Im 19. Jahrhundert gab es hier die letzten großen Umbauten - unter anderem mit der Neuerrichtung des Kirchenschiffes (1828) und der neuen Turmspitze (1836). Vor acht Jahren verstummte jedoch das Geläut.

In den letzten Monaten trieben Mitglieder der Kirchgemeinde die Vorbereitungen für die Sanierung und die Anschaffung der neuen Glocken voran. Dafür werden rund 450.000 Euro benötigt. Unterstützung gibt es unter anderem aus Leader-Töpfen und von der Landeskirche. Zudem müssen Spenden gesammelt werden. Bisher sind 38.900 Euro zusammengekommen. Mindestens 13.100 Euro sollen in den nächsten Monaten noch in den Spendenboxen landen.