6000 Stimmen für die Sprachheilschule

Petition Eltern sammeln Unterschriften für Erhalt der Klassen 7 bis 10

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Simone Lippert (re.) und Peggy Schumann machen sich für den Erhalt der Sprachheilschule bis Klasse 10 stark. Foto: Steffi Hofmann

Für etwa 250 Schüler, die unter Störungen wie Mutismus oder Stottern leiden, gibt es derzeit die Möglichkeit, einen Haupt- oder Realabschluss zu erwerben - an der Chemnitzer Sprachheilschule. Sprachheilpädagogen kümmern sich um die Jungen und Mädchen, die teilweise ein stark verlangsamtes Schreib- und Arbeitstempo haben, denen das Lernen fast nur kleinschrittig und auf anschauliche, stark strukturierte Weise gelingt. "Schüler aus ganz Sachsen kommen nach Chemnitz, weil man nur hier die Möglichkeit zum Abschluss hat", sagt Elternratsvorsitzende Simone Lippert, deren Sohn die vierte Klasse der Sprachheilschule besucht.

Stadtrat tagt am 8. November

Doch laut Plänen der Sächsischen Bildungsagentur könnte damit bald Schluss sein. Im Sommer wurde bekannt, dass die Klassenstufen 7 bis 10 abgebaut werden sollen. Ein Haupt- oder Realschulabschluss in Chemnitz ist dann nicht mehr möglich, die Kinder müssten ab Klasse 7 auf normale Schulen wechseln. "Da gehen sie aber unter. Sie brauchen besondere Betreuung, wie sie an der Sprachheilschule gewährleistet ist", betont Simone Lippert.

Sie und andere Eltern starteten eine Petition, die mittlerweile 6000 Stimmen stark ist. Eine Hoffnung liegt jetzt auf dem Stadtrat, der am 8. November tagt. Zwar liegt die Genehmigung für derartige Änderungen einer Schule nicht bei der Stadt, sondern beim Sächsischen Landtag. "Wir wünschen uns aber, dass sich die Chemnitzer Stadträte positiv positionieren", so Simone Lippert. In der Diskussion stehe zudem noch der Vorschlag, auf dem Gelände der Schule eine Art Kompetenzzentrum zu bilden. "Zusätzlich zu den Sprachheilschülern könnten da auch Integrativschüler und Schüler ohne Sprachstörungen unterrichtet werden", so Peggy Schumann aus dem Elternrat.