Ab ins kühle Nass zur Wassertaufe!

Uni TU Chemnitz feiert traditionelles Gautschfest

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Thomas Weißbach muss ins kühle Nass. Foto: Toni Söll

Gemäß dem bis ins 16. Jahrhundert zurückreichenden Brauch der Buchdrucker und Schriftsetzer wurden auch gestern auf dem Uni-Campus wieder ausgewählte Auszubildende, Studierende und Mitarbeiter mit einer feierlichen Wassertaufe in den Kreis der Jünger Gutenbergs aufgenommen. Es wurde das feuchtfröhliche Gautschfest gefeiert.

Was ist "Gautschen" eigentlich?

Das Wort "Gautschen" stammt aus der Papierherstellung. Wenn das Papier frisch geschöpft ist, wird der feuchte Papierbogen vom Sieb auf eine Filzunterlage abgelegt und danach wird das Wasser aus dem Bogen gepresst.

Die sogenannte Kornuten, also Anwärter, wurden gestern von Gautschmeister Martin Mellendorf aufgerufen und anschließend von den Packern in ein mit Wasser gefülltes Büttenfass getaucht. Nach der Wassertaufe wurde den Gäutschlingen ein übler Trank eingeflößt. Den Abschluss des feuchtfröhlichen Rituals bildete die Übergabe eines Gautschbriefes.

Das hätte nicht einmal Gutenberg geglaubt!

Die Chemnitzer Druck-Genies zeigten dabei, dass ein Gautschbrief tatsächlich sprechen kann. Möglich wurde dies durch ein innovatives Lautsprecherpapier, das an der TU Chemnitz entwickelt wurde und dessen Herstellung in dem Forschungsprojekt "T-Paper" für den Massenmarkt fitgemacht werden soll.