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Auf den Geschmack gekommen

"Auf keinen Fall" ", "das ist nicht umsetzbar" oder "vermutlich in zehn Jahren" waren klassische Antworten, die viele Arbeitnehmer auf die Frage bekommen haben, ob es nicht möglich wäre, einen Teil der Woche im sogenannten "Home Office" verbringen zu können.

Doch das Coronavirus hat Anfang 2020 für ein Umdenken gesorgt - nun stellt sich Anfang Oktober 2020 die Frage, ob das Home Office ein fixer Bestandteil bleibt oder ob die Arbeitgeber, nachdem die Krise überwunden worden ist, wieder in das altbekannte Muster verfallen und das Home Office ablehnen.

Die Anfänge: Improvisieren statt Arbeiten

Dass das Coronavirus für eine enorme Veränderung der Arbeitswelt gesorgt hat, ist kein Geheimnis. Es waren die behördlich erlassenen Kontaktbeschränkungen, die dazu führten, dass auf einmal immer mehr Menschen im Home Office waren und somit aus den eigenen vier Wänden ihrem Job nachgehen durften. Im April, wenige Wochen, nachdem das Coronavirus die Welt auf den Kopf gestellt hat, gaben im Zuge einer Umfrage, die von Eset in Auftrag gegeben wurde, 41 Prozent aller befragten Beschäftigten an, nun im Home Office tätig zu sein - und das, obwohl für 70 Prozent der Befragten kein Home Office vor Corona vorgesehen bzw. möglich war. Dass war letztlich auch der Grund, warum in vielen Firmen erst einmal eine Infrastruktur geschaffen und die ersten Tage im Home Office mehr mit Improvisieren als mit der klassischen Arbeit zu tun hatten. Gerade einmal 27 Prozent haben angegeben, dass der Arbeitgeber die entsprechende Technik für die Arbeit von Zuhause zur Verfügung gestellt hat. 13 Prozent haben zwar die Ausstattung bekommen, jedoch gab es wiederum keine Vorgaben, was zu tun sei bzw. worauf man achten müsse. 

Nun sieht die Sache schon eine Spur anders aus: In den letzten Monaten wuchsen nicht nur die Mitarbeiter in ihre neuen Aufgabenbereiche hinein, sondern auch die Arbeitgeber haben erkannt, dass das Home Office doch ein paar positive Aspekte mit sich bringt. 

Werden daheim nicht dieselben Leistungen erbracht?

Zu beachten ist, dass natürlich nicht jeder Beruf aus den eigenen vier Wänden ausgeübt werden kann. An erster Stelle der typischen Home Office-Berufe steht natürlich der traditionelle Bürojob - der Supermarktmitarbeiter befindet sich hingegen am Ende der langen Liste der Berufe, die nicht Home Office-fähig sind. Doch nicht immer ist es die Frage, ob Home Office möglich ist - in vielen Fällen geht es letztlich darum, dass der Arbeitgeber seine Zustimmung erteilen muss. Ist man selbständig und betreibt einen online-shop, verdient beispielsweise sein Geld als Bitcoin Trader oder arbeitet für ein Steuerberatungsbüro, so spielt es keine Rolle, wo der dafür nötige PC steht. Befindet man sich jedoch in einem Angestelltenverhältnis, so hat der Vorgesetzte das letzte Wort. Und ist dieser nicht einverstanden, dass sein Mitarbeiter von Zuhause aus arbeitet, so muss dieser in die Firma kommen bzw. im zur Verfügung gestellten Büro sitzen. Auch dann, wenn es die Ausnahmemöglichkeit zur Zeit des ersten Lockdowns gegeben hat.

Warum sich viele Arbeitgeber gegen das Home Office aussprechen? In erster Linie ist es die Angst vor einem möglichen Kontrollverlust sowie das nichtvorhandene Vertrauen gegenüber dem Mitarbeiter. Dennoch immer wird behauptet, der Mitarbeiter würde daheim nicht dieselben Leistungen vollbringen, die im Büro erbracht werden würden. Das ist jedoch nicht richtig. Es gibt bereits einige Experten, die genau das Gegenteil behaupten - das heißt, daheim wird wesentlich mehr und effizienter als im Büro gearbeitet. Die schwarzen Schafe wird es auch hier geben, die Frage stellt sich nicht, doch das Gros der Mitarbeiter nutzt die Situation nicht aus.



Bild: pixabay.com | aleksandra85foto

Arbeitgeber dürfen die Vorteile nicht unterschätzen

Erlaubt der Chef das Home Office, so erwachsen nicht nur Vorteile für den Mitarbeiter, der sich a) die Fahrzeit und somit sogar noch b) Geld spart, sondern auch für den Chef. Denn folgt man den aktuellen Zahlen, so melden sich die Mitarbeiter, die ganz oder nur teilweise im Home Office sind, weniger krank und benötigen zudem noch weniger Urlaubstage. Des Weiteren kann der Betrieb ebenfalls Kosten einsparen - so beispielsweise für den Strom oder die Wasserversorgung. Das heißt, auch wenn man als Arbeitgeber eventuell kritisch ist, so sollte man die Vorteile, die das Home Office bringen kann, nicht völlig außer Acht lassen.