Autonomes Fahren: Preis für Chemnitzer Start-Up

Technik "Pathfinder" erhält 32.000 Euro auf der CeBIT

Neben der Signalverarbeitung von GPS- und anderen Navigationssatelliten werden mit Hilfe der von NAVENTIK entwickelten Software zur Ortsbestimmung von Autos auch mehrere Sensordaten der Fahrzeuge ausgewertet. Grafik: NAVENTIK

Bereits heute werden Fahrzeuge entwickelt, die autonom oder hochautomatisiert fahren können. Doch der Schritt in den öffentlichen Straßenverkehr birgt immer noch einige technische Hürden. So sind die bislang verfügbaren Technologien zum Beispiel für innerstädtische Gebiete stark eingeschränkt, denn Navigations-Satelliten werden durch die urbane Bebauung oft gestört.

Optimierte Ortsbestimmung

Ein junges Chemnitzer Start-up schafft nun Abhilfe. Das Forscherteam der Professur für Nachrichtentechnik der TU Chemnitz hat eine Lösung zur hochgenauen Fahrzeug-Lokalisierung entwickelt. Ihre "Pathfinder"-Technologie erlaubt es, große Teile der Signalverarbeitung durch Software-Komponenten abzubilden.

"Neben der Signalverarbeitung von GPS- und anderen Navigationssatelliten macht unsere Technologie auch die Nutzung weiterer Sensordaten des Autos zur Ortsbestimmung möglich", erläutert Team-Mitglied Peter Kalinowski. Damit werde selbst dann eine Position des Fahrzeugs ermittelt, wenn das direkte Signal der Satelliten gestört wird oder die Satellitenkonstellation für eine Messung ungeeignet ist.

Eine Innovation, die überzeugt

Mit dieser Innovation drängt das vierköpfige Team nun auf den Markt und hat deshalb im Januar 2017 die NAVENTIK GmbH gegründet. Mit seiner Lösung überzeugte das junge Start-up aus Chemnitz jüngst beim "Gründerwettbewerb - Digitale Innovationen" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Am Dienstag wurde es auf der CeBIT mit einem 32.000 Euro dotierten Hauptpreis geehrt, der in Hannover insgesamt sechsmal vergeben wurde. "Mit dem Preisgeld bekommen wir nun noch etwas mehr Rückenwind, denn wir beginnen gerade mit der Vermarktung unseres Prototypen bei Automobilzulieferern und Herstellern", so Kalinowski.