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CFC: Das Finalspiel vor Gericht

Fußball Mehr als 100 Gläubiger entscheiden über die Zukunft des Chemnitzer FC e.V.

Chemnitz. 

Chemnitz. Am morgigen Mittwoch findet ab 10 Uhr im Sitzungssaal E.006 des Amtsgerichts Chemnitz hinter verschlossenen Türen die Gläubigerversammlung des Chemnitzer FC e.V. statt. In dieser nicht-öffentlichen Sitzung wird über dessen Zukunft entschieden. Insolvenzverwalter Klaus Siemon, der seit dem 11. April diesen Posten innehat, möchte die Ausgliederung der ersten Mannschaft und einiger Nachwuchsteams in eine Kapitalgesellschaft, die über ein Stammkapital in Höhe von einer Million Euro verfügt, beschließen. Die Mittel der Insolvenzmasse in Höhe von 510.000 Euro sollen als Eigenkapital und Bareinlage eingebracht werden, die verbleibende Lücke Sponsoren und neue Investoren schließen.

Entscheidungsmonopol bei Gläubigern

Mehr als 100 Gläubiger - darunter "eins - energie in sachsen", Polster Catering, das Arbeitsamt, Ex-Sportchef Stefan Beutel sowie ehemalige himmelblaue Akteure, die im März kein Gehalt erhalten haben - wollen ihre finanziellen Forderungen gegenüber dem CFC geltend machen, müssen zudem über die Zukunft des Chemnitzer FC e.V. abstimmen. Insolvenzverwalter Klaus Siemon hat im Vorfeld seine Zielstellung kompromisslos formuliert: Für ihn stellt die Ausgliederung die beste, zugleich einzige Option dar. Um eine Ausgliederung realisieren zu können, bedarf es einer einfachen Mehrheit. Die Stimmen der Gläubiger sind entsprechend der Forderung unterschiedlich gewichtet.

Keine Macht für Mitglieder

Da sich der CFC in einem Insolvenzverfahren befindet, müssen Mitglieder über die Ausgliederung nicht befragt werden. Siemon selbst hat die Ausgrenzung der Mitglieder zusätzlich in einem Antrag manifestiert. Nachdem die Ausgliederungsvision bekannt wurde, war der Vorwurf zu vernehmen, dass Mitglieder wesentlich eher und besser darüber informiert hätten werden müssen. Da Siemon in Bautzen fehlte, konnte man ihn zu dieser Thematik nicht befragen. Auf eine E-Mail antwortete er, dass er grundsätzlich vor der Gläubigerversammlung keine Anfragen beantworten möchte. Weiterhin legte er die Verantwortung vor der Versammlung geschickt die Hände der anderen: "Zunächst haben die Gläubiger das Wort."

Fan-Allianz gegen Siemon-Pläne

Der "Fanszene Chemnitz e.V." hat am gestrigen Montag online einen "offenen Brief" publiziert. In diesem, der sich explizit an die Gläubiger richtet, wird die Zusammenarbeit von Insolvenzverwalter Klaus Siemon mit dem Chemnitzer FC e.V., seinen Gremien sowie den himmelblauen Fans und Mitgliedern ausführlich zusammengefasst. Mehr als 30 offizielle himmelblaue Fanclubs haben den "Appell an die Vernunft" bis jetzt schon unterzeichnet. Sollte die Gläubigerversammlung den Insolvenzverwalter tatsächlich abwählen, würde im schlimmsten Fall die Einstellung des Spiel- und Geschäftsbetriebes des CFC die Folge sein. Das ist durchaus korrekt, allerdings nur die halbe Wahrheit: Mit einem strukturierten Insolvenzverfahren - in Zusammenarbeit mit einem neuen Insolvenzverwalter samt Insolvenzplan - könnte der Worst-Case durchaus vermieden werden.



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