Chemnitz will Innenstadtring begrünen

Projekt Baumreihen an Theater- und Bahnhofstraße geplant - Warnen vor Verkehrseinschränkungen

Bahnhofstraße und Theaterstraße sollen in den nächsten Jahren in einen grünen Korridor verwandelt werden. Das sehen Pläne aus dem Rathaus vor, die Vertreter von Tiefbau- und Stadtplanungsamt gestern mit Verkehrsexperten, Architekten, Innenstadt-Händlern und Mitgliedern des Kuratoriums Stadtgestaltung im Bürgerhaus am Wall diskutierten. Zentraler Punkt der sogenannten "Akteurskonferenz" war die Frage nach dem künftigen Umgang mit dem Straßenring, der das Chemnitzer Stadtzentrum umschließt. Für die Theaterstraße, in die zu einem bislang noch unbekannten Zeitpunkt Straßenbahngleise für die vierte Stufe des Chemnitzer Modells in Richtung Röhrsdorf verlegt werden sollen, existieren laut Verkehrsexperte Dirk Bräuer vom Planungsamt zwei Leitbilder. So sollen jeweils zwischen Falkeplatz und Kaßbergauffahrt sowie zwischen SchmidtBank-Passage und Brückenstraße beidseitig Baumreihen angelegt werden, um den Abschnitten ein freundlicheres Antlitz zu verpassen. Zwischen Passage und Kaßbergauffahrt ist indes ein Geschäftsboulevard geplant. Außerdem wolle man generell die Anbindung des Kaßbergs an die Innenstadt verbessern.

Bessere und mehr Querungsmöglichkeiten wünschen sich die Planer auch an der Bahnhofstraße, die analog zur Theaterstraße, ebenfalls beidseitige Baumreihen erhalten soll. Und dies, abgesehen vom Bereich um die Zentralhaltestelle im gesamten Verlauf vom Falkeplatz bis zur Augustusburger Straße. Wie Stadtplaner Christian Pilz betonte, würde der derzeit 60 Meter breite Straßenraum durch die Bäume zwar reduziert. Einschränkungen für den Autoverkehr soll es aber nicht geben.

Dessen Bedeutung für die Innenstadt hoben indes gleich mehrere Diskussionsteilnehmer hervor. "Es ist ein Standortvorteil für Chemnitz, dass man mit dem Auto schnell im Zentrum ist", so Volksbank-Vorstand Gunnar Bertram. Galerie-Roter-Turm-Chef Jörg Knöfel fiel es "schwer zu glauben, dass wir mit dem ÖPNV deutlich mehr Menschen als heute in die Innenstadt bekommen". Dagegen hielt Kuratoriums-Leiter Heinz Nagler: "Es kann nicht nur um Quantität gehen. Ziel muss auch sein, langfristig die Aufenthaltsqualität zu erhöhen", sagte er.