Chemnitzer Forscher erhält Preis für Nanoforschung

Wissenschaft Förderpreis zählt zu wichtigstem Deutschlands

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Foto: DNY59/Getty Images/iStockphoto

Es wird sicher nicht der kürzeste Einstieg in ein Gespräch, wenn man Prof. Dr. Oliver G. Schmidt fragt, was er beruflich macht: Schmidt ist Inhaber der Professor für Materialsysteme der Nanoelektronik an der Technischen Universität Chemnitz und Direktor des Instituts für Integrative Nanowissenschaften am Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden.

Förderung zukünftiger Projekte

Und doch werden sich sicher bald mehr Menschen für die Tätigkeit des Chemnitzer Professors interessieren. Denn für seine Arbeit erhält er im kommenden Jahr den mit zweieinhalb Millionen Euro dotierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG. Die Förderung, die für künftige Forschungsaktivitäten vorgesehen ist, geht dabei erstmals an einen Wissenschaftler der TU Chemnitz.

Oliver G. Schmidt ist ein Pionier auf dem Gebiet der aufgerollten Nanoröhrchen. Er arbeitet daran, selbstorganisierte, dreidimensionale Nanostrukturen auf einem Chip zu integrieren. Hierfür hat Schmidt eine Technik entwickelt, um nanometerdünne Schichten so zu spannen, dass eine vielseitige Strukturierung der Materialien nun auch im dreidimensionalen Raum möglich ist.

"Spermbots" sorgten für Aufsehen

Die grundlagenwissenschaftlichen Erkenntnisse seiner Forschungsarbeiten hat Schmidt selbst in zahlreiche neue Anwendungen in der Photonik, Sensorik, Medizin und in der Umweltverfahrenstechnik überführt oder den Weg dafür aufgezeigt. Dazu zählt die Herstellung von Mikromotoren, die unter dem Begriff "Spermbots" kürzlich weltweites Aufsehen erregten.

Schmidt und seine Gruppe statteten einzelne Rinderspermien mit magnetischen Mikrostrukturen und Mikromotoren aus und schufen eine völlig neue Möglichkeit für eine künstliche Befruchtung. Seine Arbeiten haben ein regelrechtes Wettrennen um die leistungsfähigsten biologischen, hybriden und künstlichen Maschinen auf der Mikro- und Nanometerskala angestoßen.



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