Corona: Klinikum Chemnitz kommt an die Belastungsgrenze

Gesundheit Immer mehr Corona-Infizierte und hoher Krankenstand bei Mitarbeitern

Zahlreiche Mediziner hatten es vorausgesagt: Die zweite Welle der Corona-Infektionen wird heftiger als die erste. Schon jetzt verlangt die wiederaufgeflammte Pandemie den Krankenhäusern in Südwestsachsen und auch denen in Chemnitz alles ab. "Mit den stark steigenden Infektionszahlen in der Bevölkerung gehen - zeitverzögert - steigende Zahlen von COVID-19-Patienten auf Normalstationen und auch auf Intensivstationen einher. Am Klinikum Chemnitz ist derzeit eine Belegung mit COVID-19-Patienten erreicht, die deutlich höher liegt als die höchste Belegung im Frühjahr während der ersten Welle", informiert Arndt Hellmann, Sprecher des Klinikums Chemnitz. Laut seiner Aussage habe das Klinikum Chemnitz derzeit mit seinen Corona-Patienten zudem die höchste Belastung im Freistaat zu tragen hat.

Im Gegensatz zur ersten Welle sind nun auch nicht Frühjahr und Sommer mit besserem Wetter und höheren Temperaturen in Sicht, sondern eine Zeit, in der ohnehin mehr Atemwegsinfektionen zu erwarten sind. Klinikum-Mitarbeiter, die an einer Atemwegsinfektion leiden oder vergleichbare Symptome aufweisen, dürfen bis zum Abklingen der Symptome nicht zur Arbeit kommen. Bei COVID-19-Verdacht oder gesicherter Infektion müssten Mitarbeiter ohnehin zuhause bleiben. Manche müssen auch in Quarantäne, weil sie Kontaktpersonen von SARS-CoV-2-Infizierten sind. "Kurz: Zwischen zehn und 20 Prozent der Mitarbeiter fallen täglich aus. Das macht die Lage bei der Versorgung noch einmal komplizierter", erläutert Arndt Hellmann. Um die Versorgung aller dringlichen Patienten im Klinikum Chemnitz zu sichern, zugleich aber weder die Versorgung der COVID-Patienten, noch der Notfälle zu gefährden, werde in der medizinischen Task-Force kontinuierlich geprüft, ob und in welchem Umfang die geplante Patientenversorgung angepasst werden muss.

Anfang der Woche meldete die Stadt einen neuen Höchststand an Corona-Infektionen: Die Sieben-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner stieg auf 210,7. Die Anzahl der Patienten im Krankenhaus ist am Montag um 20 auf insgesamt fast 200 gestiegen.