Die Chemnitzer Corona-Testambulanz: Noch Luft nach oben

Corona Ein Erfahrungsbericht eines BLICK-Redakteurs

Nicht jeden Tag kommt man in die Situation, ein Corona-Testzentrum besuchen zu müssen. Weil einer unserer Redakteure diese Erfahrung nun aber gemacht hat, möchte er sie mit allen teilen, um einen Einblick in die Abläufe zu geben. Da er seine Familie in einem innerdeutschen Risikogebiet besucht hat, wollte er auf Nummer sicher gehen und bei seiner Ankunft in Chemnitz einen Corona-Test durchführen lassen. Es sei schon einmal vorweggenommen, dass dieser negativ ausfiel.

Keine Kostenfreien Tests für Rückkehrer aus innerdeutschen Risikogebieten

Die Stadt Chemnitz bietet auf ihrer Website eine Richtlinie für Reiserückkehrer, die besagt, wie diese sich bei der Ankunft in der Heimat zu verhalten haben. Sie sieht eine 14-tägige Quarantäne, sofortiges Melden beim Gesundheitsamt und das kostenfreie Durchführen eines Covid-19-Tests vor. Als Risikogebiete gelten jene, die vom Robert-Koch-Institut als solches aufgelistet werden. Momentan zählen dazu keine deutschen Städte, was diese also von der kostenfreien Regelung ausnimmt.

Verunsicherung durch das Gesundheitsamt

Es war unserem Redakteur allerdings nicht möglich, das Gesundheitsamt zu erreichen, denn die extra dafür eingerichtete Meldehotline warf ihn bei jedem Versuch nach dreieinhalb Minuten aus der Warteschlange. Alternativ ist es möglich, eine E-Mail an corona@stadt-chemnitz.de zu senden.

Die Infohotline der Stadt nannte zum Zeitpunkt der Anrufe zudem eine Bearbeitungszeit von 72 Stunden für telefonische Anfragen, was es erschwerte, Informationen für den persönlichen Umgang mit solch einer Ausnahmesituation zu erhalten.

Das Chemnitzer Corona-Testzentrum

Um sich auf Covid-19 testen zu lassen, hat die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen eine Testambulanz in der Messehalle 2 eingerichtet. Zu dieser kann man sich folgendermaßen ohne vorherige Terminvereinbarung begeben:

Patienten ohne Symptome (Reiserückkehrer, Lehrer, private Testungen):

Montag bis Freitag von 16 bis 16.45 Uhr

Sonntag von 9 bis 9.45 Uhr.

Patienten mit Symptomen (Fieber, Husten, Geschmacksverlust):

Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr

Sonntag von 10 bis 12 Uhr.

Empfangen wird man vom Angestellten einer privaten Security-Firma, der sich entgegen aller allgemeinen Vorschriften in jedes einzelne Fahrzeug gelehnt hat, um den Insassen Fragen zu stellen und ihnen eine Wartenummer zu geben. Hierbei werden die Ankommenden auf einen der beiden Parkplätze für Patienten mit, beziehungsweise ohne Symptome geschickt. Diese dienen gleichzeitig auch als Warteraum. Wer also ohne Auto kommt, steht hier etwa zwei Stunden in der Kälte.

Dies führte in Fall unseres Redakteurs dazu, dass drei der Wartenden innerhalb dieser beobachteten zwei Stunden wieder das Gelände verließen. Darunter auch ein Patient mit Symptomen. Deren potentiell kontaminierten Wartenummern wurden dann auch, ohne desinfiziert zu werden, an die nächsten Ankömmlinge weitergegeben.

Ein weiterer Security-Angestellter fordert im Wartebereich die jeweils zehn nächsten Nummern dazu auf, ein Formular auszufüllen, welches dann in der Testambulanz vorgezeigt wird und zur Personalienaufnahmen dient. Ist die eigene Gruppe an der Reihe, kommt es noch in der Ambulanz nochmals zu einer Wartezeit von 5 bis zirka 30 Minuten, die Krankenkassenkarte wird eingescannt und der Abstrich aus dem Mund entnommen. In diesem Bereich gibt es dann auch Desinfektionsmittel.

Nach dieser etwa fünfminütigen Prozedur (der Abstrich dauert etwa 10 Sekunden), kann man mit dem Zettel für die Onlineabrufung des Ergebnisses zurück in häusliche Quarantäne gehen und erhält dann nach zwei Tagen das Testergebnis.