Ein Zimmer für alle auf dem Theaterplatz

Projekt Musik, Lesungen und Diskussionen im Glashaus - Aktion zieht Aufmerksamkeit auf sich

Ein buntes Glashaus mit allerlei Krimskrams wie Plüschtieren, Vogelkäfig, Radiowecker, Masken, Glaskugel und Büchern, erregt derzeit die Aufmerksamkeit auf dem Platz vor dem Opernhaus. Unter dem Titel "Ein Zimmer für sich allein" veranstalten die Theater Chemnitz zusammen mit der Berliner Theatergruppe Kollektiv Eins und im Austausch mit dem Kosmos Theater Wien eine performative Besetzung im öffentlichen Raum.

Was bedeutet das eigentlich?

Letztlich alles, was man sich vorstellen kann - von Konzerten über Lesungen, Diskussionen, Happenings und Kerzenschein bis hin zum Besuch von Gästen aus Politik, Kultur und Alltag. Heute und morgen noch wird jeweils ab 16 Uhr das bunte Haus bespielt. Die Tage und Abende bauen aufeinander auf, können aber auch unabhängig voneinander besucht werden und funktionieren eigenständig, jeder unter einem anderen Thema - am Mittwoch stand "Liebe" im Fokus, heute wird es "Reproduktion und Mutterschaft" sein, morgen "Revolution". Ein Videokünstler will die Ereignisse dokumentieren, die auch in einem Podcast zusammengefasst und aufbereitet werden und damit auch über die Besetzung hinaus online abrufbar bleiben. Das Glashaus sei "ein partizipativer Ort für all jene, die ihn betreten und mit ihren Geschichten füllen", so die Veranstalter.

Die jungen Mitglieder der Berliner Theatergruppe wollen dabei auch gern mit Bürgern ins Gespräch kommen. Etwa 20 waren am Mittwochnachmittag auf den Theaterplatz gekommen, um bei der Eröffnung des Projekts dabei zu sein. Bei einer Einführungs-Performance machte die Theatergruppe zudem deutlich: "Wir wollen die Stimmen der Stummen, der stumm Gemachten sein." Der sonst sehr ruhige Theaterplatz erfährt durch diese Tage einen Ruck aus seiner Stille. Derartige Veranstaltungen beleben das Areal und könnten definitiv öfter stattfinden.