Erste Kita Sachsens erhält Vorlesekoffer

Bildung Bücher sollen auch Integration befördern

Die Kinder aus der Kita "Sachsenspatzen" beim Auspacken des Vorlesekoffers. Fotos (2): Toni Söll

Viel Aufregung gab es am Mittwoch in der integrativen Kindertagesstätte "Sachsenspatzen" in Hilbersdorf. Als erste Kita in Sachsen empfing die Leiterin, Marina Rottluff, den Vorlesekoffer der "Deutsche Bahn Stiftung" und der "Stiftung Lesen" aus den Händen der sächsischen Kultusministerin Brunhild Kurth. Der interkulturelle Vorlesekoffer mit dem Titel "Alle Kinder dieser Welt" enthält unter anderem neun kurze Bücher mit "Geschichten aus dem gemeinsamen Alltag von deutschen Kindern und Kindern mit ausländischen Wurzeln". Bei den "Sachsenspatzen" wird seit vielen Jahren integrativ gearbeitet, derzeit werden an der Einrichtung elf Kinder mit Migrationshintergrund betreut. "Hilbersdorf ist ein Spiegel der Gesellschaft und wir haben den Ruf, eine Kita für alle zu sein", betonte Leiterin Marina Rottluff. Mit Blick auf den Vorlesekoffer, welcher auch der Sprach- und Leseförderung dient, fügte Rottluff hinzu, das die "Sprache wichtig für Integration und Kommunikation untereinander ist. Beim Vorlesen tauchen die Kinder in herrliche andere Welten ein und haben außerdem die Gewissheit, dass sich jemand Zeit für sie nimmt". Staatsministerin Kurth sagte, dass Kinder völlig unkompliziert miteinander umgehen, egal, ob jemand aus einer anderen Kultur kommt oder eine Behinderung hat. Diesen Umgang wünsche sie sich für die ganze sächsische Gesellschaft. Passend zum Thema las Kurth einer Gruppe von Kindern die Geschichte "Levent und das Zuckerfest" vor, in der es um den Kinderalltag einer in Deutschland lebenden türkischen Familie geht. Die Kinder bedankten sich mit dem Vortragen des Liedes "Wir sind Kinder einer Welt". Das Projekt zur Leseförderung und Wissensvermittlung über kulturelle Vielfalt begann bereits 2010 und findet in Sachsen seinen Abschluss. Insgesamt wurden rund 50.000 Vorlesekoffer an allen Kitas in Deutschland verteilt.