Handwerk fördern: Zwei Lehrer machen Nägel mit Köpfen

Bildung Neue Oberschule mit Fokus auf Handwerk geplant

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Dirk Hauschild erklärt Eltern und Schülern im Gemeinschaftsraum das Konzept der Schule. Foto: Rico Hinkel-Schollbach

Handwerk hat goldenen Boden, besagt eine Volksweisheit. Doch das Fundament bröckelt, denn der Nachwuchs bleibt aus. Immer mehr Schüler machen Abitur, gehen danach an eine Hochschule. Immer weniger entscheiden sich für eine Ausbildung, unter anderem im Handwerk. Um Schüler schon frühzeitig für einen handfesten, beruflichen Weg zu begeistern, machen zwei Lehrer jetzt Nägel mit Köpfen.

Nun fehlt nur die Genehmigung des Landes

Ulrich Hertel und Dirk Hauschild wollen in Chemnitz eine Oberschule mit Schwerpunkt im Handwerk gründen. Eine praxisnahe Berufsvorbereitung soll frühzeitig Teil des Unterrichts werden. "Anfangs war es eine Idee, die mit der Zeit immer mehr anfeuernde Worte fand und irgendwann zum Selbstläufer wurde. Der Antrag liegt nun dem sächsischen Landesamt für Schule und Bildung vor. Wir sind also noch im Genehmigungsverfahren", so Ulrich Hertel, der am Wochenende zum Tag der offenen Tür die ersten Eltern mit ihren Schützlingen begrüßte.

Diese fanden vor Ort in der Waldenburger Straße 63 beste Bedingungen vor. Denn die Oberschule soll künftig die Räume und Werkstätten des Vereins zur Beruflichen Förderung und Ausbildung (VBFA) mit nutzen. In den Werkstätten lernen unter anderem bereits angehende Fachpraktiker für Metalltechnik, Industriemechanik oder Tischlerhandwerk die praktische Seite ihres Berufes kennen.

Die Zahl der Interessenten steigt wöchentlich

"Unsere Unterrichtsräume für den theoretischen Teil haben wir aus Platzgründen mittlerweile an die Chemnitztalstraße verlegt. Die ehemaligen Räume an der Waldenburger Straße könnten wir also an die künftige Oberschule vermieten", informiert Yvonne Kilian vom VBFA-Vorstand. Ein weiterer Pluspunkt: "Am Standort wird für die Berufsschüler jeden Tag frisch gekocht. Wir müssten also nicht lange nach einem Caterer suchen", sagt Ulrich Hertel.

Die Zahl der interessierten Partner, die Praktikumsplätze anbieten oder zu Exkursionen in den Betrieb einladen können, steige wöchentlich. "Das Interesse an solch einem Schulkonzept ist vorhanden. Wenn das Landesamt grünes Licht gibt, hoffen wir auf ausreichend Anmeldungen, um mit der ersten Klasse 5 starten zu können." Mehr Informationen gibt es hier.