Inzidenz am Wochenende über 50 gestiegen: Chemnitz wird wohl zum Risikogebiet

Corona Ab Mittwoch gibt es eine neue Allgemeinverfügung

Im Erzgebirgskreis liegt der Inzidenz-Wert bei über 100, in Chemnitz mittlerweile bei 53,7. Darüber informierte die Stadt heute bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage. Ab Mittwoch soll es in Chemnitz eine neue Allgemeinverfügung geben. "Der neue Wert zwingt uns, Maßnahmen durchzuführen", sagte Dr. Harald Uerlings, Amtsarzt und Leiter des Gesundheitsamtes Chemnitz. Bis Freitag waren es in der Stadt noch 479 positiv Getestete, übers Wochenende sind 56 neue dazugekommen. Es gehe jetzt darum, die Ausbreitung unter Kontrolle zu halten, so Uerlings. "Das hat den Zweck, dass sich die Infektion langsamer ausbreitet", ergänzt er. Es sollten so wenig wie möglich Personen zu Schaden kommen. Vor allem ältere Bürger in den Pflegeheimen seien nach wie vor eine Risikogruppe und müssten geschützt werden.

Die neue Verordnung der Stadt soll am Mittwoch in Kraft treten und damit einen Tag früher als die Sächsische, die ab Donnerstag gilt. Die neue Verordnung ist mit Verschärfungen verbunden, kündigt Bürgermeister Miko Runkel an. Private Veranstaltungen sollen nur noch mit einer Teilnehmerzahl von bis zu zehn Personen erlaubt sein. "Auch der Weihnachtsmarkt wird abgesagt", so Runkel. Der Chemnitzer Wochenmarkt soll vorerst weiter stattfinden - allerdings eingezäunt und mit Kontrollen. Der Freistaat sieht zudem eine Sperrstunde ab 22 Uhr vor. "Das werden wir auch übernehmen", sagt Miko Runkel.

Laut Pressesprecher Matthias Nowak herrsche in der Stadt nun eine ernste Situation. "Auch die Krankenhäuser geben Warnsignale bekannt. Viele sind voll beziehungsweise übervoll und sind an ihren Grenzen", sagte er. Die neue Verordnung sei ein Warnschuss vor weiteren schwierigeren Maßnahmen. "Einen Lockdown wollen wir nicht erreichen", so Nowak.