Kulturhauptstadt 2025: Womit Chemnitz überzeugen konnte

Kulturhauptstadt Jurybericht zur finalen Entscheidung veröffentlicht

Nachdem Chemnitz am 28. Oktober von der europäischen Jury für den Titel "Kulturhauptstadt Europas 2025" in Deutschland empfohlen wurde, hat die Jury nun ihr Votum schriftlich begründet. In dem jetzt veröffentlichten Bericht erläutert die Jury ihre Entscheidung zu jeder Stadt, die sich für die Schlussrunde im Wettbewerbsverfahren qualifiziert hatte. Die Begründung erfolgt jeweils anhand von sechs Kriterien: Der Langzeitstrategie, der europäischen Dimension, der kulturellen und künstlerischen Inhalte, der Umsetzungsfähigkeit, der Erreichung und Einbindung der Gesellschaft sowie der Verwaltung.

Konzepte haben großes Potenzial

Das Gremium lobte die Chemnitzer Absicht, eine europäische Gemeinschaft kreativer Macher aufzudecken und aufzubauen. Die Plattform "maker-space.eu" und die damit verbundenen Perspektiven für den Aufbau einer europäischen Herstellergemeinschaft seien sehr vielversprechend und stünden im Einklang mit der Kulturhauptstadt-Mission. Zudem haben die vorgeschlagenen Konzepte aus Sicht der Jury ein großes Potenzial, allgemein verstanden und sinnvoll zu werden. Es gebe eine gute Basis für eine europäische Erzählung mit dem Potenzial, "die stille Mitte" zu aktivieren.

Einziger Kritikpunkt: Die künstlerische Vision des Programms verbindet Konzepte und Projekte nicht eindeutig. Neben Chemnitz hatten sich Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg für die finale Auswahlrunde qualifiziert. Laut Jury fehlte Hannover eine klare und einzigartige Erzählung, die sowohl das lokale als auch das nationale und europäische Publikum ansprechen kann. Auch Hildesheim habe die europäische Vision und Erzählung nicht genau ausgearbeitet. Zu Magdeburg heißt es: "Die Jury war nicht davon überzeugt, dass Magdeburgs künstlerische Vision, Pläne und Kommunikationstaktiken auf europäischer Ebene Wirkung zeigen könnten." Der Report der Jury steht unter www.kulturstiftung.de zum Download bereit.