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Millionen Überstunden zum Nulltarif: Chemnitzer haben 62 Millionen Euro "geschenkt"

Arbeitsmarkt Erschreckender "Überstunden-Monitor"

Die Zahl der Arbeitslosen in Chemnitz ist im August erneut angestiegen. Warum es dabei den stärksten Anstieg bei den 15 bis 25-Jährigen gab, weiß Agenturchefin Angelika Hugel: "Im August beendeten rund 200 Personen ihre Ausbildung oder ein Studium und meldeten sich daraufhin arbeitslos. Rund 700 Chemnitzer und Chemnitzerinnen meldeten sich aus einer Erwerbstätigkeit heraus. Der Arbeitsmarkt zeigt sich trotz des leichten Arbeitslosenanstiegs weiterhin stabil und aufnahmefähig. Der Gesamtbestand an arbeitslosen Personen liegt deutlich niedriger als im Vorjahr. Damals waren noch 845 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen."

62 Millionen Euro "geschenkt"

Fakt ist auch: Wenn Chemnitz richtig schuftet, kommt ein Überstunden-Berg heraus: Rund 4,6 Millionen Arbeitsstunden haben die Beschäftigten hier im vergangenen Jahr zusätzlich geleistet. Davon 2,5 Millionen Überstunden zum Nulltarif - ohne Bezahlung. Das geht aus dem "Überstunden-Monitor" hervor, den das Pestel-Institut im Auftrag der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) erstellt hat. Danach haben alle Beschäftigten den Chemnitzer Unternehmen 62 Millionen Euro "geschenkt".

Um 450 Euro nicht zu überschreiten, werden Überstunden nicht bezahlt

Allein in Hotels und Gaststätten leisteten die Beschäftigten hier im vergangenen Jahr rund 89.000 Überstunden. "Von der Küchenhilfe im Hotel bis zum Kellner im Biergarten: Wer im Gastgewerbe arbeitet, ist auf jeden Euro angewiesen. Dabei sind 38 Prozent dieser Arbeitsplätze in Chemnitz Minijobs", sagt NGG-Geschäftsführer Volkmar Heinrich. Das Problem der 450-Euro-Kräfte: Sie dürfen keinen Euro hinzuverdienen. "Also werden die Überstunden entweder gar nicht oder schwarz bezahlt - bar auf die Hand. Statt Minijobber mit 450 Euro abzuspeisen, sollte das Gastgewerbe endlich mehr Menschen regulär beschäftigen und ordentlich bezahlen", fordert Heinrich.

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