Neuer Standort im Schatten: Zwei Linden ziehen um

Aktion 25 Jahre alte Bäume werden vom Tietzparkplatz entfernt

Eine Sommer- und eine Krimlinde, beide etwa ein Vierteljahrhundert alt, haben in dieser Woche einen neuen Platz bekommen. Bisher standen sie auf dem ehemaligen Parkplatz neben dem Tietz. Nun bildet eine Baumreihe am Park der Opfer des Faschismus ihren neuen Lebensboden. Die Verpflanzung eines Großbaumes wie der Linden, die beide um die acht Meter hoch sind, ist ein Großereignis. Doch statt sie zu fällen, kann man sie so retten, sagte Peter Börner, der Leiter des Grünflächenamtes.

Erfolg ist absehbar

Vor der Umsiedlung mussten diverse Maßnahmen getroffen werden. Der Wurzelballen wurde mit sauberen Schnitten freigegraben. In der Krone mussten ausgleichende Schnittmaßnahmen erledigt werden. Der Bäume mussten am neuen Standort verankert werden, damit sie sicher stehen und kein Umkippen droht. Eine regelmäßige Wässerung und Düngung sei bereits in den letzten Monaten erfolgt. "Durch den leicht beschatteten Neustandort und einer dreijährigen Anwuchspflege ist ein Erfolg absehbar - in der Regel werden diese Großbaumverpflanzungen zeitlich während der Vegetationsruhe der Gehölze ab Oktober durchgeführt", informiert die Stadtverwaltung.

Erhalt und Schaffung von Grünflächen

Ein Spezialunternehmen aus Leipzig half bei der Umpflanzung der Linden am Montag. Die Gesamtkosten der Aktion belaufen sich auf etwa 28.000 Euro, die durch den Investor der Fläche neben dem Tietz übernommen werden. Die Baufelder 5 und 6 wurden an die Hansa Real Estate Beteiligungs AG verkauft. In einem städtebaulichen Vertrag wurden unter anderem der Erhalt beziehungsweise die Herstellung von Grünflächen festgehalten. Demnach sei auch vereinbart worden, dass nicht alle Gehölze des Platzes gefällt werden, sondern die zwei Linden im Alter von etwa 25 Jahren verpflanzt werden sollen. Eine derartige Umpflanzung fand laut Grünflächenamtsleiter vor über 20 Jahren das letzte Mal statt.