Startschuss für Bahnbogen-Modernisierung

Verkehr Bund, Bahn und Chemnitz investieren rund 70 Millionen in das größte Tiefbauprojekt der Stadt

Schon das Klimapaket der Großen Koalition machte vergangene Woche deutlich: Die Deutsche Bahn gilt als Klimaretter, als wichtigstes Rückgrat der Verkehrswende. Da kommt die Erneuerung des Chemnitzer Bahnbogens, dem letzten noch nicht erneuerten Abschnitt der Schieneninfrastruktur der Sachsen-Franken-Magistrale, gerade zur richtigen Zeit; auch wenn die Pläne dazu bereits 2002 geschmiedet wurden. Aber Entscheidungen hätten eben immer eine Halbwertszeit von Wahlperioden, sagt Lutz Buchmann. Der Gesamtprojektleiter der Sachsen-Franken-Magistrale gehörte am gestrigen Freitag zu den Gastrednern anlässlich des offiziellen Baustarts für das 70-Millionen-Euro-Vorhaben. "Natürlich wünschen wir uns immer eine Fertigbackmischung für solch ein Projekt. Vielmehr haben wir viele Jahre an der Rezeptur für den Kuchen gearbeitet, den wir jetzt essen", sagte er sinnbildlich. Insgesamt drei Jahre werden die Stadt, Anwohner und Autofahrer diesen "Kuchen" nun genießen dürfen. Voraussichtlich 2022 sollen die Bauarbeiten am 2,8 Kilometer langen Teilstück zwischen der Augustusburger Straße und dem Haltepunkt Chemnitz Mitte abgeschlossen sein. Im Rahmen des größten Tiefbauprojektes der Stadt werden die gesamten Gleisanlagen erneuert und die Haltepunkte Chemnitz-Süd und -Mitte barrierefrei ausgebaut. Hinzu kommt rund ein halber Kilometer an begleitenden Straßenbauarbeiten.

Ordnungsbürgermeister Miko Runkel bezeichnete das Straßensperrkonzept allein für die insgesamt fünf zu erneuernden Brücken als Herausforderung für Autofahrer. Am Ende diene die Ertüchtigung aber nicht nur dem Personen- oder Güterverkehr. "Auch für die Anbindung der Stadt an den Fernverkehr spielt die Erneuerung eine wichtige Rolle", sagte Hubertus Schröder, Referatsleiter für Eisenbahnen im sächsischen Verkehrsministerium. Nach der kompletten Modernisierung der Magistrale soll sich die Reisezeit zwischen Dresden und Hof um eine Stunde auf etwa zweieinhalb Stunden verkürzen.