Stolpersteine in neuem Glanz

Aktion Verein "Miteinander für Chemnitz" reinigt diese Woche 197 Gedenksteine

Mit Wasser, Reinigungspaste, Schwamm und Lappen zogen Bernard Millard und Ralf-Peter Werner am Montagvormittag vor dem Archäologiemuseum die Blicke der Chemnitzer auf sich. Ihre Mission: Diese Woche wollen sie die insgesamt 197 Stolpersteine, die über die ganze Stadt verteilt sind, tiefgründig reinigen. Die beiden "Reinigungskräfte" gehören zum Verein "Miteinander für Chemnitz", der die Aktion ins Leben gerufen hat. Der Verein von Christen verschiedener Kirchen engagiert sich vielfältig ehrenamtlich für Chemnitz. "Mit der Aktion wollen wir unsere Wertschätzung gegenüber den Menschen, die mit diesen Steinen gewürdigt werden, ausdrücken", so Vereinsleiter Bernard Millard. Weitere Reinigungsaktionen sind diese Woche für Donnerstag und Samstag geplant. Eingelassen in den Bürgersteig, erinnern die Gedenksteine an tragische Schicksale von Chemnitzern, die während des nationalsozialistischen Regimes verfolgt, deportiert, ermordet oder in den Tod getrieben wurden. Die rund 100 Quadratzentimeter kleinen Messingtafeln geben Auskunft über Namen und die wichtigsten Lebensdaten dieser Menschen und markieren ihre letzten Wohn- oder Wirkungsstätten. Das Projekt "Stolpersteine" geht auf den Kölner Künstler Gunter Demnig zurück, der 1994 die ersten Gedenksteine in Köln verlegte. Mittlerweile erinnern in ganz Europa mehr als 70.000 Stolpersteine an die Nazi-Verbrechen. In Chemnitz werden die Gedenksteine regelmäßig durch Vandalismus beschädigt, zuletzt im August.