Von der Sehnsucht nach Freiheit

Theater "Der elektrische Reiter" kommt

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Foto: spxChrome/Getty Images/iStockphoto

Chemnitz möchte Kulturhauptstadt 2025 werden und fördert in diesem Zusammenhang "Mikroprojekte", die Vielfalt und Kleinteiligkeit der kulturellen Identitäten, Spannungen und Experimente in der Stadt sichtbar machen sollen. "Endlich, möchte man sagen", betont Klaus-Gregor Eichhorn. Der in Karl-Marx-Stadt geborene Regisseur und in Leipzig arbeitende Anästhesist hat eine Förderung für eines dieser Mikroprojekte bekommen:

Mit Klaus-Gegor Eichhorn Pferde stehlen

Am 13. April um 20 Uhr zeigt er im Straßenbahnmuseum das Theaterstück "Der elektrische Reiter". In der Story geht es um Sonny Steele, einen ehemaligen Rodeo-Champion. Er ist tief gesunken und hat sich als Reklamecowboy an einen Lebensmittelkonzern verkauft. Zum Konflikt kommt es, als der Konzern das berühmte Rennpferd "Rising Star" zum Firmensymbol macht. Um den Hengst ruhig zu stellen und für die Show-Auftritte gefügig zumachen, wird er mit Medikamenten vollgepumpt. Als der "elektrische Reiter" von diesen Misshandlungen erfährt, stiehlt er das 12-Millionen-Dollar-Pferd, um es in der Wildnis in die Freiheit zu entlassen. "Das Leitmotiv ist die Sehnsucht nach Freiheit", sagt Klaus-Gregor Eichhorn.

Historischer Bezug ausschlaggebend für die Aufführung

Aufgeführt wird das Stück im Straßenbahnmuseum - an dem Ort, an dem es 1880 die erste Pferdebahn in Chemnitz gab, die dann wenige Jahre später "elektrifiziert" wurde. "Ich wollte auch gern, solange es noch geht, in so einen halb vergessenen Stadtteil - Kappel, die Zwickauer Straße, die noch fast so aussieht wie in den 90ern - in das raue, verschrobene, ein bisschen verzweifelte und so fantastische ehrliche Chemnitz", antwortet Eichhorn auf die Frage, warum er sich das Straßenbahnmuseum ausgesucht hat.