Von "fahrradfreundlich" weit weg

Aktion ADFC startet in neue Saison und kritisiert Situation für Radler in Chemnitz

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Wie in den Vorjahren werden die Radler im April wieder gemeinsam in die Saison starten. Foto: A. Seidel/Archiv

Es ist mittlerweile Tradition, dass der ADFC Chemnitz Anfang April zur ersten Radtour der Saison einlädt - am vergangenen Samstag am Saxoniabrunnen ging es los. Erkundet werden Nebenstraßen, Rad-, Feld- und Waldwege auf einer insgesamt 33 Kilometer langen Tour für jedermann und bei moderatem Tempo.

"Anschließend finden wir uns bei einer geselligen Runde in einer Gaststätte zusammen und tauschen uns über die großen und kleinen Radtourenpläne der vor uns liegenden Fahrradsaison aus", so Thomas Lörinczy, stellvertretender Vorsitzender vom Chemnitzer Fahrradclub. Er hofft, dass bei dem schönen Wetter heute der Teilnehmerrekord von vor zwei Jahren, der bei 95 Radlern lag, geknackt werden kann.

Schlecht ausgebautes Radwegnetz in Chemnitz

Und wie sieht es derzeit generell in Chemnitz für Fahrradfahrer aus? Die Situation des Radwegenetzes nennt Lörinczy desaströs. "Der Radverkehr in der Stadt ist gesunken, obwohl das Gegenteil das Ziel war", sagt er. Im Jahr 2013 hatte der Stadtrat ein Radverkehrskonzept beschlossen, um den Radverkehr zu fördern und bis 2020 auf zwölf Prozent zu erhöhen. Doch in Chemnitz fehlen laut Lörinczy schlichtweg Verkehrsplaner. "Es gibt keine Leute, die unsere Ideen umsetzen können. Vieles bleibt auf der Strecke", kritisiert er.

Selbst am Campus keine sinnvolle Planung

Zu den Hauptproblemen im Zentrum gehöre nach wie vor eine fehlende Radler-Infrastruktur im Innenstadtring, um die City lebenswerter und weniger gefährlich für Radfahrer zu machen. Aber auch an bereits realisierten Radwegen übt der stellvertretende Vorsitzende des ADFC Chemnitz Kritik - zum Beispiel an der neu entstehenden Hauptachse zum TU-Campus, auf der Reichenhainer Straße. "Hier wurde völlig versäumt, die Ampelschleifen für Radfahrer anzupassen. Die stehen dort fünf bis sechs Minuten an roten Ampeln", so Thomas Lörinczy.