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Zu vielfältig für eine Schublade

Kunst Museum am Theaterplatz zeigt ab heute 27 Arbeiten von Ida Kerkovius

Ein wenig erklärungsbedürftig scheint Ida Kerkovius, 1879 in Riga geboren, 1970 in Stuttgart gestorben, selbst den Machern dieser Sonderschau "Meine Welt ist die Farbe" in den Kunstsammlungen: Sie wurde lange nicht mehr in einer Einzelausstellung gewürdigt, berichtete Kerstin Drechsel, Leiterin der Grafischen Sammlung. Dennoch: Sie gehört neben Gabriele Münter, Käthe Kollwitz oder Paula Modersohn-Becker zu den wichtigsten deutschen Malerinnen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, weiß Kuratorin Gesa Jürß. Sie hatte Verbindungen zu Karl Schmidt-Rottluff und Alexej von Jawlensky, lernte bei Paul Klee, Walter Gropius und Wassily Kandinsky und galt zur NS-Zeit als entartete Künstlerin. Allein: Sie sei zurückhaltend gewesen, habe sich dem Kunstmarkt entzogen, nur mit ein paar Galeristen und Sammlern zusammengearbeitet. Und: Sie ist so vielfältig in ihrem Werk, dass sie sich in keine künstlerische Schublade sortieren lasse. So treffen sich in der Schau, die 27 Werke umfasst, Kubismus, Ex- und Impressionismus, Bauhaus, Abstraktion und Surrealismus. Es finden sich Ölbilder und Webarbeiten, vor allem aber viele Pastelle. Und es finden sich Landschaftsmalereien und Stillleben und Fensterentwürfe, sie alle in klarer Farbigkeit. Zusammengestellt hat diesen bunten Überblick über ein Künstlerleben bis auf zwei Arbeiten, die den Kunstsammlungen gehören, der Sammler Gerhard Kluge, Germanistik-Professor und einer der wichtigsten Sammler von Kerkovius' Werken.

Er kündigt im Katalog an, seine Sammlung dauerhaft den Kunstsammlungen zur Verfügung stellen zu wollen: "Wir sprechen von einer Schenkungsabsicht und freuen uns darüber", so Kerstin Drechsel. Dass eine solche Schenkung ein großer Gewinn für die Sammlung wäre und die Bestände von Münter- oder Modersohn-Becker-Arbeiten aufs Beste ergänzen würde, davon kann man sich bis zum 27. April im Museum am Theaterplatz überzeugen.