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Albumreview: Blind Channel "The Lifestyles of The Sick & Dangerous"

Anikas Musik-Tipp Finnische "National Heros" bleiben sich treu

Anikas Musik-Tipp

Blind Channel haben am Freitag, 8. Juli, ihr neues viertes Studioalbum "The Lifestyles of The Sick & Dangerous" veröffentlicht und das unter dem namenhaften Label "Century Media", wo sie sich im letzten Jahr einen fetten Plattendeal sichern konnten. Auf das Album mussten die Fans zwei Jahre warten. Nachdem im März 2020, also direkt zu Beginn der Pandemie, "Violent Pop" herauskam, wurde aus der Tour erstmal nichts. Die Band nahm dann erfolgreich ein Jahr später beim Eurovision Song Contest 2021 für Finnland mit ihrem neuen Song "Dark Side" teil und danach ging alles schnell. Der Erfolg kam beinahe über Nacht und die Fans warteten nervös auf neue Musik. 

Nicht die Bodenhaftung verlieren

Die Band beschäftigt sich bei "The Lifestyles of The Sick & Dangerous" mit den Facetten, die Bekanntheit und Ruhm mit sich bringen. Wie wird man Erwartungen gerecht ohne sich zu verlieren? Gerade nachdem gefühlt das ganze Land einen als "Nationalhelden" nach dem ESC feierte. Kann man diesen Erfolg aufrecht erhalten? Kann man immer ein gutes Vorbild sein? Was, wenn man ganz anders ist, als die Leute denken? Und wie geht man mit Hatern um? Wie schafft man es in diesem Musikbusiness nicht die Bodenhaftung zwischen Auftritten, Interviews und kreischenden Fans zu verlieren? Das ist der Kern des neuen Albums.

Boybandkliche meets Linkin Park

Fünf Singles wurden bereits vorab vom neuen Album veröffentlicht und jede war ein Kracher für sich. Fünf weitere neue Songs wurden heute veröffentlicht. Können diese mit der gewohnten Qualität der finnischen Metalband mithalten? 

Die Band um Joel Hokka und Niko Moilanen bleibt ihrem Stil auf jeden Fall treu und beinahe jeder Song hat Ohrwurmgarantie. Ein bisschen ist der Stil ein Mix aus Boybandkliche-Texten mit Linkin Park-Vibes, was ich aber sehr mag. Man merkt, dass die Songs bei jungen Mädchen ankommen sollen und Botschaften, wie "Mach dein Ding, egal, was andere sagen" platziert wurden. Das finde ich gut, auch wenn ich das schon tausend Mal gehört habe. Dennoch wird die Musik nicht unglaubwürdig und das ist glaube ich das, was die Band aktuell so erfolgreich macht.

Album enttäuscht nicht

Lediglich das Cover der CD ist etwas fragwürdig und wirkt, als steckte eine gute Idee dahinter, die leider nicht so gut umgesetzt wurde. Die Kracher des Albums, abgesehen von "Dark Side" sind auf jeden Fall die Singles "We Are No Saints", "Balboa", "Don't Fix Me" und "Bad Idea". Wobei Letzterer der einzig ruhigere Song ist, ohne eine Ballade zu sein, scheint. Die Rapparts von Niko sind wieder mal ziemlich gut gelungen. Der Mann kann es halt einfach. "Alive or only Burning" gefällt mir sehr gut. Beim letzten Song "Thank You For The Pain" finde ich es sehr schade, dass der gesprochene Text am Ende auf Finnisch ist, weil ich ihn so leider nicht verstehen kann. Vielleicht findet sich ja noch jemand in der Fanbase, der diese Passagen ins Englische übersetzt. :) Meine Lieblingssongs sind "Bad Idea" und "We Are No Saints".

Schon gewusst?

Der Albumtitel ist nach einer Textzeile im Hit "Dark Side" inspiriert und Blind Channel kommen am 3. September nach Dresden in die Reithalle auf Tour. 


 

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