Geschäftskonzept sucht seinesgleichen

Wirtschaft Wie aus dem Fell der Haustiere Wolle wird

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Inhaberin Conny Böhme beim Auflegen der Wolle auf das Förderband der Spinnereianlage. Foto: ERZ-Foto / Georg Dostmann

Leukersdorf. Conny Böhme war die erste Unternehmerin in ganz Deutschland und bis heute auch die Einzige in Sachsen, die eine eigene Spinnereianlage für Naturfasern besitzt. Dabei handelt es sich gleichzeitig auch um die kleinste maschinell verarbeitende Anlage dieser Art weltweit. Bereits im Jahr 2010 hatte sie sich die Maschine, die in Kanada hergestellt wurde, für ihre neue gegründete Firma "Nafabo" zugelegt.

Naturfasern faszinieren sie

"Die ersten drei Jahre war ich noch in Limbach-Oberfrohna ansässig, bis ich schließlich 2013 aus Platzgründen nach Leukersdorf gezogen bin", erzählt die 47-Jährige. Der Grund: Die ideale Lage zwischen den Autobahnen A4 und A72. Conny Böhme ist eigentlich gelernte Krankenschwester. Die Spinnerei entdeckte sie Mitte der 1990er Jahre auf der Messe "Grüne Woche" in Berlin für sich. "Mich hat es damals begeistert, was man aus Naturfasern alles herstellen kann", erinnert sie sich.

Kunden erhalten Garn von ihren eigenen Tieren

In der Maschine werden alle 15 Arbeitsschritte, von der Rohfaser bis zum fertigen Garn, durchgeführt. Die Herstellung dauert in der Regel drei bis sieben Tage. Conny Böhme verarbeitet ausschließlich Wolle von Alpakas, Lamas, Schafen, Ziegen, Kaninchen, Hunden oder auch Bisons, die von Privatpersonen in ganz Europa gehalten werden. "Die Kunden bekommen Garn von ihren eigenen Tieren. Wir haben damit eine absolute Nische für uns entdeckt", sagt die Inhaberin.

Die Wartezeit beträgt mittlerweile über ein Jahr. Eine Expansion ist dennoch nicht geplant. "Dafür bräuchte ich weitere Mitarbeiter, die ich einfach nicht finde", erzählt sie. Im Betrieb sind zwei Angestellte tätig, zudem wird noch eine Produktionshilfe gesucht.