• Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen

Kühnhaide: Feuerwerker haben umsonst produziert

Silvester Verkaufsverbot stürzt eine ganze Branche in die Katastrophe

Kühnhaide. 

Kühnhaide. Der Erlass zum Verbot des Silvesterfeuerwerks spaltet das Land. Was die einen für richtig und wichtig halten, empfinden andere als komplett irrsinnig. Für die Kühnhaider Feuerwerker um Andreas Voigt stellt das Verbot ganz einfach eine Katastrophe dar. "Wir machen 50 Prozent unseres Umsatzes mit dem Verkauf während dieser paar Tage", so der Unternehmer. Die Umsatzeinbußen liegen im Millionenbereich. Er und das etwa ein Dutzende Beschäftige erwarten nun Hilfe seitens des Staates. Schließlich hat der Staat den Verkauf untersagt. Die Argumentation der Politik kann Andreas Voigt nicht nachvollziehen. Sie möchte damit verhindern, dass sich verstärkt Böllerfans mit Verletzungen in den Notaufnahmen melden. Das würde eine zusätzliche Belastung für das ohnehin überlastete System bedeuten. "Das Ergebnis ist aber ein ganz anderes", versichert der Feuerwerker. Legales Feuerwerk stellt aus seiner Sicht kein ernstes Verletzungsrisiko dar. "Die für die EU zugelassenen Produkte sind sicher. Sonst würden sie die Zulassung nicht erhalten", versichert der Fachmann. Legal ist nun nichts mehr zu bekommen. Deshalb droht jetzt nach Meinung des Fachmanns gerade der Verkauf illegalen Feuerwerks im Ausland zu boomen. Deren Verwendung stellt mit Sicherheit ein Risiko dar. "Die echten Böllerfreaks werden sich nicht vom Böllern abhalten lassen", meint Andreas Voigt. In den vergangenen Wochen und Monaten haben sich einige Händler bereits mit entsprechenden Sortimenten legaler Hersteller eingedeckt. Das bleibt nun aufgrund des Verbots bis nächstes Jahr liegen. Damit wirkt das Problem der Hersteller bis nächstes Jahr nach.

Andreas Voigt hätte sich gewünscht, dass sich die Politik mit den Fachleuten zusammengesetzt hätte, bevor sie ihre Entscheidung getroffen hat. "Das ist aber nicht passiert. Für unsere Branche ist das eine Katastrophe", betonte er.

Dabei wurde sie schon in den vergangenen Jahren arg gebeutelt. Mehrfach wurde Großfeuerwerk untersagt. Tier-, Umwelt- und Klimaschützer lassen schon seit langem kein gutes Haar an der Branche. In der Folge schrumpfte die Nachfrage nach den Produkten. Die Kühnhaider hatten darauf Anfang des Jahres mit der Einrichtung eines weiteren Standbeins reagiert. Sie begannen medizinische Geräte und Schutzausrüstungen aus China zu importieren. Die entsprechenden Kontakte hatten die Erzgebirger aufgrund der Feuerwerksproduktion in Fernost. Anfangs war die Nachfrage noch riesengroß. Mittlerweile bleibt Andreas Voigt auf seinen Schutzmasken sitzen. "Das begann, als der Bund im Mai selbst in das Geschäft eingestiegen war, die Masken mittlerweile zu absoluten Niedrigpreisen verscheuert und den Markt damit überflutet", so Andreas Voigt. Momentan lagern in den Hallen der Kühnhaider zwei Millionen Masken, die auf ihre Abnehmer warten. Den Kopf in den Sand stecken werden die Erzgebirge trotzdem nicht. Auf der einen Seite hoffen sie, dass die Politik Wort hält und die Unternehmen entsprechend entschädigt.

Auf der anderen Seite wollen sie sich im nächsten Jahr noch breiter aufstellen. Die Bereiche "Homeliving", "Beauty" und Produkte des täglichen Bedarfs sollen demnach wachsen. "Unser Kerngeschäft bleiben aber Feuerwerk und Pyrotechnik", so Andreas Voigt.