Schwarzenberger Firmen starten Petition

Hilferuf Ulrike Schröder-Schubert sagt: "Die Politik hat uns vergessen"

Schwarzenberg. 

Schwarzenberg. Unternehmer aus Schwarzenberg bündeln die Kräfte im Kampf gegen die Corona-Krise. René Lang, Marko Ullmann und Ulrike Schröder-Schubert schlagen Alarm. "Die Politik hat uns vergessen", ärgert sich die Geschäftsführerin der Schuhorthopädie Schwarzenberg. Mit "Uns" meint die 42-jährige Unternehmerin, die mehr als zehn, aber weniger als 250 Mitarbeiter haben.

Vor einer Woche habe sie an ihrem Schreibtisch sitzend, alles plötzlich ein bisschen zusammenbrechen gesehen. "Ich habe dann gelesen, dass die andern Bundesländer Soforthilfen auszahlen und auch an die Unternehmen ab 11 bis 249 Mitarbeiter denken", sagt sie. Dass es weder im Freistaat Sachsen noch durch den Bund Unterstützung für sie gebe, habe sie richtig wütend gemacht. "Ich habe dann ganz viele E-Mails geschrieben. An den Bundestagsabgeordneten Alexander Krauß, an unsere Oberbürgermeisterin, an Landrat Frank Vogel und an unseren Ministerpräsidenten", sagt die Unternehmerin.

E-Mails bleiben zunächst unbeantwortet

Antwort bekam sie zunächst nicht. "Lediglich Alexander Krauß hat sich gemeldet und geschrieben, dass es tatsächlich so sei, dass man uns vergessen hat", sagt Ulrike Schröder-Schubert. Diese Erkenntnis oder diese Einsicht helfe ihr und ihren Unternehmer-Kollegen überhaupt nicht. Daher hat sie gemeinsam mit Lang Reisen und dem Reisecenter Ullmann eine Online-Petition gestartet. Das alles ging ganz schnell. Über Facebook machte sie ihrem Ärger Luft und prompt meldeten sich Marko Ullmann und René Lang bei ihr. "Der Zuspruch ist enorm", sagt Marko Ullmann. Bereits bis zum Wochenanfang hätten sich mehr als 30 Unternehmer gemeldet. Hoteliers und Gastronomen beispielsweise, die die Sorgen teilen. Aber auch Schwarzenbergs Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer habe angerufen. Das alles baue sehr auf. "Nichts desto trotz ist es wichtig, dass die Politik reagiert", sagt Marko Ullmann und ergänzt: "Wenn sich da nichts tut, ist bei vielen Unternehmen zappenduster." Um das Drama in voller Breite zu verstehen: das Reisecenter Ullmann hat 13 Filialen. Damit stehen zirka 40.000 Euro Fixkosten - ohne Gehälter - monatlich im Buch, ein Großteil davon sind Mieten. Das Einfrieren der Betriebskosten wäre eine Möglichkeit, finden die Unternehmer.