Kampf gegen Kälte

Erzgebirgsrundfahrt Nicht nur die Pedaleure müssen sich dem Wetter stellen

Nicis Einblick

Eine lange Zeit fieberte ich der 40. Erzgebirgsrundfahrt entgegen. In die Vorbereitung wurde ich von Organisator Harald Janschewski von Beginn an involviert. Eine tolle Zusammenarbeit ist entstanden und so konnte auch ausführlich in unserem Anzeigenblatt über die Jubiläumsfahrt berichtet werden.

Vor dem Start schaute ich jeden Tag auf meine Wetter-APP. Jedes Mal sah ich eine "weinende" Wolke.  Mit jedem Aufrufen der App machte sich Enttäuschung in mir breit. Im letzten Jahr war bombastisches Wetter. Da holte ich sogar mein kurzes Kleid aus dem Kleiderschrank. Diese Illusionen wurden mir schnell genommen.

Nun ist Sonntag. Jetzt ist es soweit. Es ist kalt, 5 Grad zeigt das Thermometer an aber zum Glück ist es trocken.

Pünktlich 9:30 Uhr  komme ich warm eingemummelt am Start- und Zielbereich am Einsiedler Brauhaus an. Die Kamera habe ich mir um den Hals gehängt und die Technik parat in meinem kleinen Rucksack. Soeben positionieren sich die Fahrer an der Startlinie. Wenn ich mir diese in ihren kurzen Radoutfits so anschaue, bekomme ich gleich etwas Mitleid. Mir ist trotz dicker Jacke schon kalt.

Knall - es ist 9:45 Uhr, der Startschuss fällt und 137 Fahrer strampeln in die Pedale in Richtung Dittersdorf. 4 Runden durch das Erzgebirge und insgesamt 172 Kilometer müssen die Fahrer radeln. Puh, ganz schön viel und vor allem bergig. An der Strecke haben sich trotz des Wetters einige Radsportbegeisterte versammelt und feuern die Radfahrer an. Nach Aussagen des Organisators sind das über 3000 Menschen.

Um diese Uhrzeit liegen mit Sicherheit noch viele im kuschlig weichen Bett oder wollen sich bei diesem Schmuddelwetter nicht an die Strecke stellen. Natürlich sollen auch die Leute die Erzgebirgsrundfahrt so gut wie es geht miterleben. Ich fange die Impressionen per Video ein und lade sie auf unsere Social Media Kanäle Instagram und Facebook hoch. An meiner Seite ist unser Redakteur Knut Berger, er schreibt die Texte und Kurzberichte für die Webseite und schickt es in die Onlineredaktion. Wir sind ein gutes Team.

Nun aber ab ins Presseauto und den Fahrern hinterher. Da wir natürlich in Eibenberg vor dem Fahrerfeld ankommen wollen, um zu sehen wer als Erstes die Bergwertung gewinnt, kürzen wir ab und fahren einen anderen Weg. Auch auf der Kuppe stehen die Leute, die mit Musik, Bratwurst, Bier und Fassbrause bei guter Laune gehalten werden und warten gespannt auf das Fahrerfeld.

Jonas Härtig vom Team Sauerland kommt als Erstes oben an und gewinnt die erste Bergwertung. Bergauf sind die Fahrer die das Rennen machen gut zu erkennen. Anders sieht das im Start- und Zielbereich aus, da möchte natürlich jeder die schnellste Zeit einfahren. In jeder Runde  wird nämlich die Sprintzeit genommen. Wahnsinn wie schnell die Fahrer unterwegs sind und vor allem wie sie die Berge runterbrettern.

Nachdem alle die Kuppe in Eibenberg erreicht haben, springen wir in unser Auto und fahren wieder zum Brauhaus zurück. Jetzt muss ich mich erstmal aufwärmen. Meine Finger sind eingefroren, dass ich nicht mal mehr richtig die Buchstaben auf meinem Handy treffe. Zuvorkommend sind die Begleiter des Pressefahrzeuges. Ich bekomme Handschuhe angeboten und die Sitzheizung wird auf Maximum gestellt. Herrlich. Da geht es mir gleich viel besser.

Und schon kommen die Fahrer wieder mit hohem Tempo an uns vorbeigesaust. Nun steht die letzte Runde an. Ich positioniere mich im Zielbereich. Der Sprecher sagt, noch 100 Meter bis ins Ziel.

Von weiten sehe ich nun den Sieger näherkommen. Es ist John Mandrysch vom P&S Metallteam aus Thüringen der 14.02 Uhr die Ziellinie überfährt. Gefolgt von seinem Teamkollege Dominik Röber und Jonas Rutsch, des Teams Lotto Kern Haus.  Nach einigen Minuten steigt nun die Siegerehrung im Festgarten des Brauhauses. Die Sonne kommt durch und es sind mittlerweile 10 Grad.

Trotz der Kälte war es eine gelungene Sportveranstaltung mit vielen positiven Eindrücken. Die Leute fieberten mit, versammelten sich an den Strecke, aßen Würstchen und tranken Bier oder Limonade. Das sah auch der Vizepräsident der Bund Deutscher Radfahrer, Günter Schabel so: "Das war wieder ein erstklassig organisiertes Rennen. Man merkt, wie viel Liebe hineingesteckt wird. Der neue Kurs zum 40. Jubiläum war sehr anspruchsvoll und hat ein spannendes Rennen geliefert. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr."

Wer die Video-Impressionen nicht gesehen hat, kann diese auf Instagram in den Story-Highlights nachträglich anschauen.

Hier kommen Sie zum Bericht und zur Fotostrecke der Erzgebigrsundfahrt von Knut Berger.