200 Interessierte bei der Ringvorlesung

Bildung Auftaktveranstaltung zum Thema "Das Böse" in Mittweida war großer Erfolg

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Der Vorlesungssaal war zur Auftaktveranstaltung bis auf den letzten Platz gefüllt. Foto: C. Brinkmann

Mittweida. Neben seinem abstoßenden Wesen, hat "das Böse" auf den Menschen vor allem etwas Anziehendes. Das zeigte sich diese Woche auch bei der Auftaktveranstaltung der vierten öffentlichen Ringvorlesung an der Hochschule Mittweida. Das Motto in diesem Jahr lautet "Das Böse - ist überall (?)". Über 200 Interessierte kamen am vergangenen Mittwoch zu der Einführung.

Was böse ist, hängt von Erfahrung ab

"Offensichtlich geht von dem Titel der Veranstaltung eine gewisse Faszination aus. Ich bin mir sicher, hätten wir die Veranstaltung "das Gute" genannt, dann wären nicht so viele gekommen", sagte Stefan Busse, Psychologieprofessor und Referent des Abends, zur Begrüßung und stieg in das Thema seines Vortrages ein. In etwa einer Stunde ging der Hochschulprofessor "dem Bösen" in seinen verschiedenen Facetten auf den Grund.

"Unser Denken über "das Böse" ist bestimmt davon, wie wir es erfahren haben", stellte Stefan Busse zu Beginn fest. So haben das Erdbeben von Lissabon im Jahr 1755, der 1. Weltkrieg, der Holocaust und der 11. September grundlegenden Einfluss darauf, wie der Mensch über "das Böse" denkt und es begreift. "Dabei ist "das Böse" auch ein kulturelle und psychische Form zur Bewältigung und Beherrschung des Erlebten", führte der Psychologe Stefan Busse weiter aus.

Ist das Böse immer dumm?

In Form des Teufels oder anderen furchterregenden Kreaturen soll "das Böse" ein Gesicht und eine Hausnummer bekommen. So wird es beschreibbar und bezwingbar. "Oft meint man dabei "das Böse" wäre dumm. Es ist aber klug und manchmal cleverer als alle anderen", erklärte Busse weiter. Doch auch wenn es so scheint, als wären wir jeder Zeit von dem schaurig schönen Bösen umgeben, so gibt es einen Lichtblick. "Wichtig zu sagen ist, dass das Gute hoch infiziös ist", resümierte Stefan Busse zum Ende seines Vortrages.