Die Kräutersammler vom Striegistal sind unterwegs

Natur Heimische Pflanzen können bei vielen Wehwechen helfen

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Siglinde Köhler (l.) und Stefan Schreier (r.) erklärten bei der Kräuterwanderung viele Wildkräuter und ihre Wirkung. Foto: Andrea Funke  Foto: Andrea Funke

Pappendorf. Über 20 Besucher nahmen kürzlich an einer lukullisch-botanischen Kräuterwanderung vom Heimatverein Striegistal teil. "Obwohl die Natur 14 Tage in Verzug ist, gibt es bereits eine Fülle an Wildkräutern", erklärten die Kräuterexperten Siglinde Köhler und Stefan Schreier, die jede Menge Informationen parat hatten.

Detlef Grell, Chef des Heimatvereins, freute sich über den guten Zuspruch zur Kräuterwanderung mit Experten, die seit einigen Jahren angeboten wird. Bereits nach den ersten Schritten auf der Wiese hatte Stefan Schreier schon ein Kraut in den Händen, das er als "Mädesüß" bezeichnete. "Das ist eine Heilpflanze, die viele Menschen nicht kennen. Sie eignet sich für Tee, lindert Kopfschmerzen und senkt das Fieber.

Jeden Tag einen Smoothie

Die Staude wird bis zu einem Meter hoch, blüht sehr schön und riecht wie Bittermantel", erklärt der 54-Jährige aus Meißen, der auch Mitglied in der Fachgruppe Mykologie beim Nabu Dresden ist. Durch die Kartierung von Pilzen gelangte er ins Striegistal und ist öfters bei den Kräuterwanderungen dabei. "Täglich trinken wir morgens einen Smoothie mit Giersch, Löwenzahn, Brennnessel und Gänseblümchen", berichtete seine Frau Ute.

Vom Nelkenwurz wusste sie, dass man die Wurzel kauen kann und dadurch der Zahnschmerz gelindert wird. Helga Friese war aus Lichtenau gekommen und suchte ebenfalls nach Kräutern. "Bei uns wächst keine Sternmiere, deshalb war es für mich neu, dass diese wie Mais schmeckt. Bei jeder Wanderung lernt man dazu, denn es kommt auch auf die Jahreszeit an und ob die Pflanzen jung oder alt sind", sagt die Niederlichtenauerin, die selbst Kräuterpädagogin ist.

Üppig wuchs bereits der Giersch, der bei den Gärtnern eher unbeliebt ist. Er kündigt das Frühjahr an und hat vier Mal so viel Vitamin C wie eine Zitrone. Bis auf die Wurzel kann alles in Salaten, Suppen, Aufstrichen oder Smoothies genossen werden. Alte Blätter kann man trocknen und als Pulver zum Würzen nehmen. Er hilft bei Rheuma und Gichtbeschwerden.