"Ich geh mit meiner Laterne"

Geschichte Tradition der Martinsumzüge

Sie trotzen fast jedem Wetter, stapfen unverdrossen mit ihren oft selbst gebastelten Laternen durch die Dunkelheit und singen ihre Lieder - allerorten machen sich in diesen Tagen Kindergartenkinder auf den Weg, um die Geschichte des Heiligen Martin zu hören und nachzuspielen.

Sankt Martin ist einer der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche. Auch in der orthodoxen, der anglikanischen und der evangelischen Kirche wird der Mann verehrt, der vor rund 1.700 Jahren an einem bitterkalten Wintertag seinen Mantel mit einem Bettler teilte. An seinem Namenstag, am 11. November, wird diese Legende wieder lebendig und in sogenannten Martinsumzügen gefeiert. Als Sohn eines römischen Tribuns wurde Martinus entweder 316 oder 317 in Ungarn geboren. Seine Jugend verbrachte er in der oberitalienischen Heimat seines Vaters. Dort kam er auch mit dem Christentum in Berührung.

Während seiner 25-jährigen Dienstzeit im Militär wurde er als frommer Mann in Frankreich bekannt. Man verehrte ihn als Nothelfer und Wundertäter. Im Juli 372 wurde er mit 56 Jahren zum Bischof von Tours geweiht. Er gründete in Frankreich das erste abendländische Kloster und christianisierte die französische Landbevölkerung.

Der Brauch der Martinsumzüge hat mit der Beerdigung des Bischofs zu tun: Martin starb am 8. November 397 auf einer Reise durch sein Bistum in der Stadt Candes. Der Leichnam des 81-Jährigen wurde mit einem Boot in einer feierlichen Lichterprozession nach Tours überführt, wo er am 11. November begraben wurde. Deshalb begehen wir heute noch am 11. November den Martinstag mit einem Laternenumzug.