Imker erklären Lehrbienenstand

Politik Landtagsabgeordnete auf Sommertour durch die Region

Foto: Andrea Funke

Wiederau. Der Imkerverein Königshain Claußnitz betreibt seit Mai 2015 einen Lehrbienenstand. Dafür interessierte sich auch Jana Pinka, Abgeordnete des Sächsischen Landtags sowie umwelt- und ressourcenpolitische Sprecherin der Fraktion "Die Linke" während ihrer Sommertour. Bis zum 13. Juli ist die Politikerin in Städten und Gemeinden unterwegs um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und Kommunalverwaltungen, Unternehmen und Vereine zu besuchen.

Der Imker-Nachwuchs fehlt

Unter dem Motto "Sozial, regional, nachhaltig" stehen in diesem Jahr "Wasser, Wald und Wind und soziale Initiativen" im Fokus der Sommertour 2017. Von Vereinsmitglied Johannes Ulbricht erfährt Jana Pinka, dass zum Verein nach der Wende 44 Imker mit 250 Bienenvölker gehörten.

Aktuell sind es nun noch 22 Imker mit 125 Völkern. Deshalb hat die Nachwuchsgewinnung und die Öffentlichkeitsarbeit höchste Priorität vom neuen Vereinschef Uwe Bierbaum. Der Lehrbienenstand entstand auf seine Initiative und wurde durch den Freistaat und EU-Mittel gefördert.

Jeder kann sich anschauen, wie Honig hergestellt wird

"Wir erhielten für eine Grundausstattung eines Neuimkers 1500 Euro", erklärt Ulbricht, der sich selbst seit 50 Jahren mit der Imkerei beschäftigt. Für die Anlegung des Lehrbienenstandes flossen auch einige Spenden, die Gemeinde stellte das Grundstück zur Verfügung, eine Baumschule sponserte die Bepflanzung und es wurden 160 Stunden Eigenleistung von den Vereinsmitgliedern erbracht.

Gleichfalls ergänzt die Bereitstellung eines Raumes sowie der alten Schulküche in der ehemaligen Schule die Arbeit am Lehrbienenstand, denn aus den Magazinen wird der Honig geschleudert, den zwei Bienenvölker produzieren. Das Vorhaben der Vereinsmitglieder, auch in der nahe liegenden Grundschule die Imkerei als Ganztagesangebot zu etablieren, scheiterte leider an den Förderrichtlinien. Dennoch werden öffentliche Veranstaltungen für Jedermann angeboten wo beispielsweise die Gewinnung des Honigs gezeigt wird.

Die passende Bepflanzung ist wichtig

Jana Pinka kennt die Problematik um den Rückgang der Bienenvölker, die Bemühungen einer Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und örtlichen Vereinen. So werden beispielsweise durch die EU Blühstreifen entlang der Felder gefördert um den Bienen ausreichend Nahrung bereit zu stellen. "Allerdings wurden in diesem Jahr Ackerbohnen angepflanzt, das ist keine Bienennahrung. Da wäre eine Absprache mit uns sinnvoll gewesen", kritisiert Ulbricht.

Gleichfalls bei ihrem Besuch in der Gemeinde Königshain-Wiederau standen für Jana Pinka Besichtigungen des Thälmann-Hains, verschiedene Baumaßnahmen an Brücken und Mauern durch Hochwasserschäden sowie das Vorranggebiet für Windkraftanlagen auf dem Plan. Auch besuchte sie die Gedenkstätte von Clara Zetkin, der Geburtstag der Wiederauer Frauenrechtlerin jährt sich am 5. Juli zum 160. Male.