In Freiberg auf den Zahn gefühlt

Vorgestellt Dentallabor wurde 90 Jahre alt

in-freiberg-auf-den-zahn-gefuehlt
Sebastian Schierz erläutert Jana Pinka die neuesten Möglichkeiten in der Zahntechnik. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Es ist ein gläserner Vitrinenschrank, der die Aufmerksamkeit von Jana Pinka erregt. Der Schrank steht im Büro von Renate Schierz und ihrem Sohn Sebastian. Beide sind Geschäftsführer des Dental-Labors Schierz, und dass die Landtagsabgeordnete Jana Pinka an diesem Tag bei ihnen zu Gast ist hat einen freudigen Hintergrund. Denn das Dental-Labor feiert seinen 90. Geburtstag.

Historie der Zahntechnik wurde gzeigt

Zum Festakt in der vergangenen Woche im Mittelsächsischen Theater konnte Jana Pinka aus Termingründen nicht kommen, weshalb sie das Labor selbst besuchte und einen wunderschönen Blumenstrauß als Gratulation mitbrachte. Doch zurück zu der Vitrine. Darin befinden sich zahlreiche Stücke, welche nicht nur die Geschichte des Labors illustrieren, sondern die Historie der Zahntechnik im 20. Jahrhundert verkörpern.

So etwa Materialien, mit denen Walter Schierz 1927 anfing zu arbeiten. Der Großvater von Sebastian Schierz eröffnete unweit des heutigen Standortes an der Humboldtstraße das erste Labor des Familienunternehmens. Bis 1935 arbeitete er dort, dann erwarb er ein Haus in der Schillerstraße. Wissen und Können verhalfen zum Erfolg, den Walter Schierz leider nicht lange begleiten konnte. "Zwei Monate nach der Geburt meines Vaters im Jahr 1940 ist er viel zu früh verstorben", erzählt Sebastian Schierz. Walters Witwe Elisabeth brachte das Unternehmen in den nächsten 24 Jahren durch oft schweres Fahrwasser.

Ihren Sohn Dieter zog es zunächst in die Welt. "Erst einmal lernte ich Fotograf", lächelt der heute 77-jährige. "Erst danach machte ich eine Zahntechnikerausbildung." Sein Weg führte ihn bis in die Schweiz, doch kehrte er wieder zurück nach Freiberg, um die Firma 1964 zu übernehmen. Bis 2007 führte er sie, konnte mit seinem Geschick die Enteignung in der DDR abwenden und sorgte dafür, dass man innovativ und am Puls der Zeit blieb. In diesem Geist arbeitet man nach wie vor im Labor Schierz. In der Vitrine finden sich neben Erinnerungsstücken auch Gegenstände, die von Innovation und Technik der Gegenwart zeugen.