Naturschützer gegen Freibergs Ortsumgehung

Aktion BUND Sachsen wehrt sich weiter gegen das Projekt

naturschuetzer-gegen-freibergs-ortsumgehung
Vor dem Carlowitz-Haus protestieren die Delegierten gegen die geplante Ortsumgehung. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Eisig kalt pfiff der Wind über Freibergs Obermarkt. Schnee wirbelte immer wieder auf und die Flocken landeten wie kleine Nadelgeschosse in den Gesichtern der Menschen.

Bei eisigem Wetter protestierten sie

Doch hielt selbst solch unfreundliches Wetter die Teilnehmer der Landesdelegiertenversammlung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Sachsen nicht davon ab, am vergangenen Samstag vor dem Haus, in welchem vor 300 Jahren Hans Carl von Carlowitz lebte, eine Bildaktion zu veranstalten, mit der sie gegen die geplante Ortsumgehung protestierten.

Umweltschützer fürchten um Nachhaltigkeit

Der Ort war dafür ganz bewusst gewählt, denn Carlowitz gilt als der Begründer des Nachhaltigkeitsbegriffes. Und genau diese Nachhaltigkeit sehen die Umweltschützer gefährdet, wenn die Umgehungsstraße wie geplant gebaut werden sollte, führt die Planung doch auch durch den Hospitalwald, in dem zahlreiche geschützte Fledermausarten und andere seltene Tiere leben. "Die Gelegenheit unserer Versammlung wollten wir dafür nutzen, noch einmal darauf aufmerksam zu machen", sagt David Greve, Landesgeschäftsführer des BUND Sachsen.

Es wird weiterhin Widerstand geben

"Wir haben die Sorge, dass hier eines Tages Fakten geschaffen werden." 2010 wurde das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen, doch seine Ausführung durch Klagen der Naturschützer bislang verhindert. Selbst Oberbürgermeister Sven Krüger sieht sich außerstande, eine Prognose darüber abzugeben, ob und wann denn nun gebaut wird. Dass es dagegen weiterhin Widerstand geben wird, daran ließen die Umweltfreunde keinen Zweifel. Die Landesdelegiertenversammlung war in Freiberg zusammengekommen, um ihren neuen Vorstand zu wählen und über die Themen "Landwirtschaft und Nachhaltigkeit" zu debattieren.