Neuer Standort bewahrt historisches aus Altkreisen

Kreisarchiv Nach umfangreichen Baumaßnahmen Nutzung des alten Festsaals als Magazin

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Gabriele Brade beim Zusammentragen von Akten in der modernen Rollregalanlage die sich über zwei Etagen erstreckt. Foto: Andrea Funke

Mittweida. Mitarbeiterin Gabriele Brade war bisher im Archiv Döbeln tätig und ist nun mit ihrem Archivgut nach Mittweida umgezogen. Eines der ältesten Dokumente, welches sie mitgebracht hat, stammt aus dem 16. Jahrhundert. "Es handelt sich dabei um eine Gemeindeakte. Die alte Schrift zu lesen ist spannend aber auch sehr zeitintensiv", stellt die Rossauerin fest. Sigrid Schulz, Fachbereichsleiterin Archivwesen verweist auf eine lange Rollregalanlage im zweiten Stock: "Hier lagern beispielsweise Patientenunterlagen aus aufgelösten Krankenhäusern und Arztpraxen". "Das heutige Kreisarchivgut mit Urkunden, Chroniken, Amtsbüchern, Akten, lokalen Zeitungen und vielem mehr besitzt neben seinem Kulturgutcharakter auch ein unverzichtbares Informationsreservoir für wissenschaftliche und heimatkundliche Forschung. Deshalb war es wichtig, in Mittweida in das vorhandene Gebäude zu investieren, um den Fundus an Archivalien unter sehr guten Bedingungen zu sichern", erklärt Landrat Matthias Damm. Unter der Maßgabe, die größtmöglichen Aufnahmekapazitäten im Magazin zu erreichen, war die Planung und Installation der Regalanlagen eine besondere Herausforderung. Im ersten Bauabschnitt erfolgte u.a. die energetische Sanierung, Herstellung der Barrierefreiheit und Vollwärmeschutz. Bis November folgte zudem der komplette Innenausbau zum Archiv, der Umbau des Foyer und der Leseräume, die Installation der neuen Haustechnik, Klimaanlage zum Schutz des Archivgutes, der Einbau einer 2-stöckigen Rollregalanlage mit Lastenaufzug und eines Treppenlifts. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich auf ca. 2,4 Millionen Euro.

Das Kreisarchiv in Mittweida wird neben den Archiven in Freiberg und Wechselburg für das Archivgut der ehemaligen Landkreise Hainichen und Döbeln zur Verfügung stehen und kann darüber hinaus als geschichtliche Forschungsquelle in Anspruch genommen werden. Geöffnet hat das Archiv ab 2. Januar 2017.