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Neues "Zentrums für effiziente Hochtemperatur-Stoffwandlung" an TU Bergakademie übergeben

Forschung Neubau ist Teil des Projektes "Freiberger Wissenschaftskorridors"

Freiberg. 

Freiberg. Heute wurde das Zentrum für effiziente Hochtemperatur-Stoffwandlung (ZeHS) nach zwei Jahren Bauzeit an die Forschenden der TU Bergakademie Freiberg offiziell übergeben. Es wurde unter der Regie des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement als erster Baustein des "Freiberger Wissenschaftskorridors" seit 2017 neu errichtet. Über 47 Millionen Euro haben Freistaat und Bund in das Projekt investiert. Bereits seit Mai 2020 wurden erste Bereiche übergeben und gemeinsam mit dem Nutzer einreguliert und getestet. Auch das erste Großversuchsgerät ist bereits installiert.

Wichtige Forschung für die Grundstoffindustrie

Das ZeHS forscht auf dem Gebiet der Hochtemperaturprozesse und -materialien. Der wissenschaftliche Fokus liegt auf der Entwicklung ressourcen- und energieeffizienter Hochtemperatur-Technologien in Bereichen der Grundstoffindustrie. Der Forschungsneubau ermöglicht die Bündelung der an der TU BAF in diesen Bereichen in einzigartiger Weise vertretenen Kompetenzen unter einem Dach. Die Hochtemperatur-Stoffwandlung umfasst dabei alle Prozesse, die bei Temperaturen oberhalb von 500 Grad Celsius ablaufen. Neben der industrienahen Forschung werden am ZeHS auch umfangreiche Lehrkonzepte umgesetzt. So können Schulklassen beispielsweise in einem ausgedehnten Demonstrationslabor künftig Praktika absolvieren und in die Forschungsthematik eintauchen.

Hohe gesellschaftliche Relevanz

Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow sagte: "Mit der Konzentration, der an der TU Bergakademie Freiberg vorhandenen Kompetenzen wird am ZeHS interdisziplinäres Forschen auf höchstem Niveau ermöglicht. Im Fokus der wissenschaftlichen Arbeit stehen Ressourcen und Energieeffizienz zur Schaffung nachhaltiger Industrieprozesse. Nicht ohne Grund hat der Wissenschaftsrat diesen technologischen Zielstellungen des ZeHS eine sehr hohe gesellschaftliche und wirtschaftliche Relevanz bescheinigt, gehören sie doch zu den drängenden Aufgaben der Zukunft. Gleichzeitig steht die Forschung im ZeHS in der Tradition der Kern-Forschungsbereiche der ältesten montan-wissenschaftlichen Hochschule der Welt."

"Mit dem Zentrum für effiziente Hochtemperatur-Stoffwandlung übernehmen wir heute eines der modernsten nationalen Forschungszentren für Hochtemperaturprozesse. Unter Leitung eines hochkarätigen Wissenschaftlerteams vereinen wir hier vielfältigste Fachdisziplinen aus allen sechs Fakultäten der Universität. Ausgestattet mit einer hervorragenden Forschungsinfrastruktur können unsere Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen die Entwicklung ressourcen- und energieeffizienter Technologien, Materialien und Prozesse für verschiedenste Industriefelder und die Energiewende entscheidend vorantreiben und einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der weltweiten Klimaziele leisten", erklärte Prof. Dr. Klaus-Dieter Barbknecht, Rektor der TU Bergakademie Freiberg.

Finanzen

Die Baukosten liegen bei 34,2 Millionen Euro. Über 80 Prozent der Aufträge konnten an sächsische Planungs- und Bauunternehmen vergeben werden. Für die umfangreiche technische Ausstattung, unter anderem Großgeräte und technische Öfen, sind zusätzlich etwa 13 Millionen Euro investiert worden. Für die Finanzierung des Forschungsbaus hatte sich die TU Bergakademie Freiberg erfolgreich in einem bundesweiten Wettbewerb um eine Förderempfehlung für Forschungsbauten an Hochschulen nach Artikel 91b Grundgesetz durchgesetzt. Die Gesamtkosten werden vom Bund und dem Freistaat Sachsen etwa hälftig getragen. Die Baumaßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Design von Amethysten inspiriert

Die architektonische Gestaltung des ZeHS folgt dem Prinzip einer harten Schale in Form eines Klinkermauerwerks als Außenfassade, sowie einem aufgebrochenen Amethyst mit gläserner und farbiger Gestaltung des Innenhofes. Aufgrund der farblichen Gestaltung seines Innenhofs wird es auch violettes Mineral genannt. Der Forschungsneubau gliedert sich in drei Bereiche: ein Bürogebäude, zwei Laborflügel mit einem Innenhof sowie zwei durch Lastkraftwagen befahrbare Technikumshallen für Großversuche. Insgesamt wurden 6.225 Quadratmeter Nutzfläche geschaffen. Das Gebäude hat eine Maximalausdehnung von etwa 90 Meter mal 66 Meter. Das viergeschossige Bürogebäude mit seinen 17 Metern Höhe sticht dabei besonders hervor.

Zur Gestaltung des Foyerbereiches wurde ein Wettbewerb zur "Kunst am Bau" ausgelobt, den der Künstler Axel Anklam gewonnen hat. Bei seinem Werk "Solaris" wird das Sonnenlicht des Glasdaches über den Lichthof bis in das Foyer gelenkt, wo es auf eine metallische Wandverkleidung geworfen wird, welche eine fünftausendfach vergrößerte Aufnahme der Oberfläche eines titanoxid-beschichteten Edelstahlbleches darstellt und dem Raum durch die vielfachen Reflexionen des Lichts immer neue Lichtstimmungen verleiht. Somit verbindet sich Kunst mit den Forschungsinhalten der Wissenschaftler.

Der "Freiberger Wissenschaftskorridor" wird zukünftig die historischen Verwaltungs- und Lehrgebäude im Stadtzentrum mit dem Campusgelände der TU BAF nördlich des Stadtkerns verbinden. Das ZeHS fügt sich in die fußläufige Verbindung zwischen Campus und Altstadt ein. In direkter Nachbarschaft wird derzeit die neue Universitätsbibliothek mit Hörsaalzentrum als markante Landmarke errichtet.