Post-Filiale droht das Aus

Deutsche Post Annahmestelle in Wechselburg soll im März schließen

Die Annahmestelle der Deutschen Post in Wechselburg steht kurz vor dem Aus. Der noch bis März laufende Partnervertrag mit dem Dekorationsgeschäft von Mandy Schlimper werde über März 2016 hinaus nicht verlängert, sagte eine Postsprecherin. Grund für die geplante Schließung sei laut Deutscher Post die demografische Entwicklung und rückläufige Einwohnerzahl in Wechselburg.

"Der Gesetzgeber schreibt vor, dass ab einer Gemeindegröße von mehr als 4000 Einwohnern eine Postfiliale vor Ort sein muss", so die Deutsche Post. Diese Voraussetzung ist allerdings in Wechselburg längst nicht mehr gegeben. Aktuell erfüllt die Gemeinde die geforderte Einwohnerzahl mit etwa 2000 Mitbürgern nicht einmal zur Hälfte. Die Ladenbesitzerin Schlimper startete kürzlich eine Unterschriftensammlung, um gegen die Schließung des Standortes in Wechselburg vorzugehen. Besonders für die älteren Menschen wäre das Aus der Postannahmestelle schlecht, begründete Schlimper die Aktion gegenüber der "Freien Presse". Besonders ärgerlich sei zudem, dass die Ladenbesitzerin erst kürzlich umzog. Ihr Deko-Laden am Markt wechselte in die Paul-Flemming-Gasse. Mit etwa 80 Quadratmetern Geschäftsfläche ist der Laden nun auch größer geworden. Das benötigte Inventar für die Postannahme habe sie fest in den Umzug eingeplant, weshalb ein Aus umso bitterer wäre.

Die Wechselburger Bürgermeisterin Renate Naumann (CDU) unterstützt die Unterschriftensammlung und hofft ebenfalls, dass die Schließung bis März noch abgewendet werden kann. Seit 2011 betreibt Mandy Schlimper das Geschenkegeschäft, den dazugehörigen Postversand übernahm sie 2012. Ob eine geplante Fusion mit der Gemeinde Rochlitz dazu beitragen kann, die Post-Filiale in Wechselburg am Leben zu halten, bleibt offen. Eine notwendige Voraussetzung sei es laut Naumann auch, dass man nicht nur für den Erhalt unterschreibe, sondern auch das Konsumverhalten umstelle und das Geschäft regelmäßig aufsuche.