Wie funktioniert soziale Teilhabe im Alter?

Forschung Junge Professorin in Mittweida nimmt Hochaltrigkeit in den Fokus

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Nadine Kulkau bereitet sich in ihrem Büro an der Hochschule Mittweida auf die kommenden Vorlesungen vor. Foto: C. M. Brinkmann

Mittweida. Konzentriert sitzt Nadine Kulkau in ihrem neuen Büro über einem Stapel Büchern. Sie bereitet ihre Aufgabe in Mittweida vor. Im Februar wurde die Sozialpädagogin aus Rendsburg an der Hochschule im Arbeitsgebiet "Altern und Inklusion" zur Professorin berufen. Im März erhielt sie nun ihre offizielle Berufungsurkunde.

Neue Stadt, neues Forschungsfeld

"Ich war zuvor als Hospizkoordinatorin und in der Familienberatung tätig. Mein Herz hängt an der Arbeit mit den älteren Damen und Herren", erzählt Nadine Kulkau. Seit etwa 2014 hat sie Kontakt zur Hochschule Mittweida. "Ich betreute bereits eine Bachelorarbeit und war von den Studienbedingungen begeistert", erklärt die junge Professorin. Nun ist sie aus Schleswig-Holstein dauerhaft nach Mittweida gezogen. "Ich wurde sofort von den Menschen und meinen neuen Nachbarn freundlich aufgenommen", ist Nadine Kulkau dankbar.

An der Hochschule übernimmt sie ein noch wenig beschrittenes Forschungsfeld. In ihrer zukünftigen Arbeit wird Nadine Kulkau ihren Fokus vor allem auf hochaltrige Menschen ab etwa 80 Jahren legen. "Die Hochaltrigkeit ist in der Sozialen Arbeit ein noch wenig erforschtes Feld. Im Alter ist es mit der sozialen Teilhabe schwerer", erzählt sie und ergänzt: "Ich möchte die Studierenden darauf vorbereiten. Eine alternde Gesellschaft braucht engagierte Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, die die Bedarfe und Bedürfnisse älterer Menschen erkennen."

Junge Leute interessieren sich für das Thema

Dass sie für ihre Arbeit in Mittweida genau richtig ist, sieht Nadine Kulkau bereits. "Wenn es in den Seminaren um Hospiz geht, dann hören alle Studierende zu. Sie wissen, dass viele Fragen des Lebensendes noch nicht beantwortet sind", weiß die Professorin. Neben der Sterbebegleitung bespricht die Altersforscherin Nadine Kulkau auch alternative Wohnkonzepte mit ihren Studierenden.

"Die Förderung von ambulanten Pflegestrukturen sind nötig, um die Menschen dort altern zu lassen, wo sie es selber wollen", weiß die junge Professorin. Über die derzeitigen Pläne im Bahnhof von Mittweida eine Alterstagespflege einzurichten, freut sie sich daher. "Eine Tagespflege ist ein gutes Konzept", schätzt Nadine Kulkau ein.