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ABBA und das Comeback des Jahres: Das sind die Musik-Highlights der Woche

Iron Maiden, Kanye West, David Hasselhoff und die schwedischen Pop-Legenden von ABBA, die nach 40 Jahren ein neues Album ankündigen: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Fast 40 Jahre lang musste die Musikwelt auf die ehemaligen Ehepaare Agnetha Fältskog und Björn Ulvaeus sowie Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad verzichten, 1982 trennten sich die Wege. Nun haben sich die Pop-Legenden von ABBA nach vielen Spekulationen mit einem Paukenschlag zurückgemeldet und kündigen ein Album für den Herbst an, mit zwei neuen Songs. Interessantes und Hörenswertes gibt es außerdem von Iron Maiden, Kanye West und David Hasselhoff.

ABBA - I Still Have Faith In You / Don't Shut Me Down

Die Spekulationen steigerten sich ins Unermessliche und wurden von der Band selbst via Twitter angeheizt, nun haben die Fans endlich Gewissheit: Die schwedischen Pop-Ikonen von ABBA veröffentlichen tatsächlich ein neues Album. Es wird den Titel "Voyage" tragen und soll am 5. November erscheinen. Mit viel Tamtam wurde die Neuigkeit auf sechs Pressekonferenzen, die zeitgleich in Stockholm, Berlin, London, New York, Sidney und Tokio stattfanden, verkündet: "Erst haben wir einen Song gemacht, dann mehrere. Dann haben wir gesagt: Warum machen wir nicht ein ganzes Album?", berichtete Björn Ulvaeus. In Form von Avataren wird man das skandinavische Quartett in London bald sogar wieder auf der Bühne sehen.

Um den Fans die Wartezeit auf das Album zu verkürzen, haben ABBA direkt zwei neue Songs veröffentlicht. Die Vorab-Single "I Still Have Faith In You" durften die Teilnehmenden der Pressekonferenz bereits zu Beginn der Veranstaltung hören, inzwischen ist auch ein Musikvideo der Pop-Hymne online. Das Quartett besingt den Glauben an das Gegenüber, ein Gefühl, welches die Jahre überdauert. Auch geteilte Erinnerungen spielen eine Rolle im neuen Song. Mit seinen Schnipseln aus alten Live-Aufnahmen und Konzertpublikum sowie Blicken hinter die Kulissen vor der zwischenzeitlichen Auflösung wird ebenfalls die Nostalgie-Karte ausgespielt. Damit nicht genug, dürfen sich die ABBA-Anhängerinnen und Anhänger mit "Don't Shut Me Down" über einen weiteren Song freuen, der deutlich poppiger und beschwingter wirkt, und einen Neuanfang thematisiert.

Iron Maiden - Senjutsu

Ja, auch alte Schlachtrösser wie Iron Maiden gehen mit der Zeit. Jahrelang war die Band mit ihrer eigenen Boeing 747, der "Ed Force One", von Konzert zu Konzert geflogen. Doch damit ist nun Schluss, der Jet wurde ausrangiert. "Weil er beschädigt war, wegen der Umwelt und auch, weil es unpraktisch ist, immer ein Flugzeug an der Backe zu haben", erklärte Sänger Bruce Dickingson unlängst im Interview mit der "Augsburger Allgemeinen". "Du brauchst keinen Jumbo, um von Paris nach Zürich zu fliegen."

Die Ed Force One mag also Geschichte sein, Eddie, das Maskottchen der Band, geht hingegen noch lange nicht in Rente. Auch auf "Senjutsu" ziert es das Cover, diesmal in eiserner Rüstung. Das 17. Studioalbum der britischen Heavy-Metal-Heroen folgt auf "The Book of Souls", Corona-bedingt mit ordentlicher Verspätung, eingespielt war die Platte nämlich schon 2019. Wie auch immer, das Warten hat sich gelohnt. Zehn Songs, ingesamt 81 Minuten Spielzeit, verteilt auf zwei CDs. Waren die Stücke des Vorgängers noch spontan im Studio eingespielt worden, wirkt das Songwriting des Nachfolgers nun deutlich elaborierter, die einzelnen Songs sind epischer - aber so spielfreudig wie eh und je.

Kanye West - Donda

Für Kanye Wests Ego dürfte es nicht leicht zu verkraften sein, dass die Musikbranche weltweit über das angekündigte ABBA-Album spricht. Schließlich veröffentlichte das HipHop-Genie, welches man spätestens seit "808s & Heartbreak" (2008) in seinem Genre getrost als einen der einflussreichsten Künstler der vergangenen zwei Dekaden bezeichnen darf, sein offiziell zehntes Album. Bereits am Sonntag, am Tag des Herren - gewiss kein Zufall. Nach all dem PR-Irrsinn im Vorfeld ging das Ganze dann recht unspektakulär vonstatten. So abgedreht die Aktionen und Aussagen des Rappers auch wirken mögen - dem 44-Jährigen wird eine psychische Störung nachgesagt -, Kanye West kriegt seine Fans immer wieder.

Dass West einen guten Draht nach oben hat - oder dies zumindest annimmt -, ist längst nichts Neues mehr. Sein letztes, Gospel-inspiriertes Werk taufte er wenig subtil "Jesus is King" (2019). Auch in seinem Wahlwerbespot zur US-Präsidentenwahl wimmelte es bereits vor christlichen Anspielungen. Auf "Donda" findet sich nun abermals viel Platz für Kanyes Glauben, den er missionarisch predigt - und für Gospelchöre. Auch wenn man die großen Hits auf der Platte vergeblich sucht, ergibt sich ein musikalisch stimmiges Gesamtwerk.

David Hasselhoff - Party Your Hasselhoff

"The Hoff" ist einfach nicht kleinzukriegen: Der ehemalige "Baywatch"- und "Knight Rider"-Star ist auch im Alter von 69 Jahren noch für eine musikalische Überraschung gut. So hat es sich David Hasselhoff nun zur Aufgabe gemacht, erlesene Songs aus der Rock- und Pop-Welt in eigenen Versionen zum Besten zu geben.

Das Ergebnis ist ein reines Cover-Album und trägt den bemerkenswerten Namen "Party Your Hasselhoff". Dabei bedient - mancher würde wohl sagen vergreift - sich der Mann, dem die Deutschen einem urbanen Mythos nach den Mauerfall zu verdanken haben, an den ganz großen Klassikern: So finden sich "The Passenger" von Iggy Pop, "Always On My Mind" von Elvis Presley, "I Was Made For Loving You" von KISS und Billy Joels "We Didn't Start The Fire" in der Tracklist, die sich ein bisschen liest wie ein einfallslos zusammengestellter Hitmix zum 50. Geburtstag.

Zum Cover von Neil Diamonds Evergreen "Sweet Caroline", der zweiten Single-Auskopplung, gibt es auch ein Musikvideo, in dem Hasselhoff blendend gelaunt im schwarzen Oldtimer-Cabrio am Meer entlang fährt. Dabei fühlt der ehemalige "Bravo"-Superstar die Zeilen offenbar richtig, wenngleich der Hüftschwung merklich schwerfällt. Vielleicht hat der Party-taugliche Beat ja "The Hoff" neuen Schwung verliehen?