Bedenkliche Interviews: Ist Robbie Williams ein Verschwörungstheoretiker?

Verschwörungstheorien finden insbesondere in Zeiten von Corona großen Anklang. Nun teilte auch Popstar Robbie Williams in zwei Interviews krude Ansichten - und spielte auf "Pizzagate" und die "QAnon-Bewegung" an.

Die Verschwörungstheorien der sogenannten "QAnon-Bewegung" klingen wohl für die meisten Menschen irrwitzig: Es würde ein Kinderpornoring existieren, der aus dem Blut der gefolterten Kleinen das Stoffwechselprodukt Adrenochrom gewinnen würde. An diesem Stoff berausche sich eine geheime Elite - unter anderem Politikerin Hillary Clinton. Solche Theorien finden aber durchaus Anklang, speziell in Zeiten der Corona-Pandemie. Unter anderem äußerte sich der stetig tiefer in wirre Verschwörungstheorien abdriftende Sänger Xavier Naidoo bereits dazu. Auch internationale Superstars der Musikszene scheinen nicht davor gefeit, solchen Geschichten Glauben zu schenken. Nun hat auch der britische Popstar Robbie Williams in mehreren Interviews Thesen geäußert, die denen der "QAnon-Bewegung" ähneln.

Die ersten Anzeichen lieferte Williams bereits im Mai, als der 46-Jährige in einem Interview mit dem YouTuber und ehemaligen Soldaten Chris Thrall über die "Pizzagate"-Theorie sprach. Dieser Mythos besagt, dass es sich bei einer Pizzeria in Washington um das Zentrum des Adrenochrom-Kinderpornorings handele. Beweisen sollen das angeblich geleakte Mails zwischen Clintons Wahlkampfmanager und dem Restaurant-Besitzer, die geheime Botschaften enthalten würden. "Eines ist ja ganz klar: Die Wortwahl in diesen E-Mails ist verdammt verdächtig", äußerte sich Williams dazu. Desweiteren äußerte er Sympathien gegenüber dem rechtsesoterischen Verschwörungstheoretiker und Publizisten David Icke. Eine "dämonische Energie" würde laut dem ehemaligen Take-That-Mitglied das komplette Medien-System durchdringen.

Familiäre Probleme als Auslöser?

Nun legte er in einem weiteren Video nach. Gegenüber der ehemaligen BBC-Journalistin Anna Brees gab er bezüglich der erwähnten Mails zu Protokoll: "Schau, es könnte eine ganz vernünftige Erklärung für diese Wortwahl geben, bedeutet, dass nichts aufgeklärt wurde." Nach seiner Ansicht wurden einfach noch nicht die richtigen Fragen gestellt.

In dem Video mit Chris Thrall äußerte er sich außerdem zu familiären Problemen. Sein Vater leide an Parkinson und auch seine Schwiegermutter sei schwer krank. Aktuell könne er beide nicht besuchen und in dieses Chaos hinein sei sein viertes Kind geboren worden. "All diese Dinge, die auf einen einwirken, können Angst und Panik verursachen. Und zu Beginn des Lockdowns habe ich gemerkt, dass ich in Angst abrutsche", erklärte Williams. Vielleicht hat ihn dieser Zustand besonders anfällig für die kruden Theorien werden lassen. Die Reaktionen auf Social Media über seine Ansichten fielen jedenfalls weitestgehend bestürzt aus.