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Der Dichterfürst unter den Ambient-Künstlern: Das sind die Musik-Highlights der Woche

Sia, Taylor Swift, Robin Thicke, Django Django und Ambient-Star Schiller, der auf seinem neuen Album die Hauptstadt würdigt: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Goethe-Fans lesen "Faust", Schiller-Fans hören "Summer In Berlin": Auf der neuen Platte feiert das erfolgreiche Ambient-Projekt die Hauptstadt. Stun-den-lang. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Sia, Taylor Swift, Robin Thicke und Django Django.

Schiller - Summer In Berlin

Wer "Schiller" hört und "Goethe" denkt, liegt hier falsch. Von diesem Schiller führt der Weg direkt in die hippe Großstadt-Lounge, auf malerische Straßen oder zu paradiesischen Stränden. Manchmal vielleicht auch in den Fahrstuhl. Aber: Schiller, das musikalische Alter Ego von Christopher von Deylen, gehört mit bereits sechs Nummer-eins-Alben zu Deutschlands erfolgreichsten Ambient-Projekten.

Vielleicht kommt jetzt Nummer sieben: Mit "Summer In Berlin" feiert der gebürtige Hamburger und musikalische Kosmopolit von Deylen die Bundeshauptstadt, in der er lange Zeit lebte und arbeitete. Neben 14 neuen Ambient-Tracks entstand dafür auch eine aufwendige Live-Retrospektive, und weil das alles nicht auf eine ganz normale CD passt, ist "Summer In Berlin" in verschiedenen Konfigurationen erhältlich - unter anderem auch als "Super Deluxe Edition" mit zwei Blu-ray Discs und insgesamt acht Stunden Spielzeit.

Sia - Music

Sia, die selbst schon riesige Chart-Erfolge landete ("Chandelier", "The Greatest") und zahlreiche Hits für andere Künstler schrieb (etwa "Diamonds" für Rihanna), hat schon eine Menge erlebt im Musik-Business. Das hier ist aber auch für sie etwas Neues: Mit "Music" präsentiert die 45-jährige Australierin ihren ersten eigenen Film. Drehbuch, Regie, Produktion, alles selbst gemacht.

"Music" erzählt von der jungen Autistin Music (Maddie Ziegler), die über Umwege bei ihrer Stiefschwester Zu (Kate Hudson) unterkommt, was für einige Probleme sorgt. Der Film ist ein bisschen Drama, ein bisschen aber auch Revue und Musical. Den separat erhältlichen Soundtrack, bestehend aus zehn Songs, lieferte Sia natürlich auch selbst. Nachdem eine breite Kino-Auswertung von "Music" Corona-bedingt ausfiel, ist der Film ab sofort bei Amazon Prime zu sehen.

Taylor Swift - Love Story (Taylor's Version)

Die alten Alben einfach noch einmal neu einspielen und veröffentlichen: Was Taylor Swift schon lange angekündigt hatte, passiert nun wirklich. Und sie fängt mit "Fearless" an, ihrem 2008er-Werk, für das sie seinerzeit mit vier Grammys ausgezeichnet wurde. Mit "Love Story" erschien gerade eine erste Single, das gesamte Album "Fearless (Taylors's Version)" kündigte Swift via Twitter für den 9. April an.

Wer sich nun fragt, warum Taylor Swift (zuletzt veröffentlichte sie kurz nacheinander die Alben "Folklore" und "Evermore") ihre alten Hits neu aufnimmt: Die Sängerin streitet seit geraumer Zeit mit dem Unternehmer Scooter Braun, der 2019 das Label Big Machine kaufte und damit auch die Rechte an den Master-Aufnahmen vieler Swift-Songs erwarb. Swift wirft Braun Manipulation und Unterdrückung vor. Sie hätte ihm die Rechte an ihren Songs gerne wieder abgekauft, beißt dabei aber bislang auf Granit.

Robin Thicke - On Earth, And In Heaven

Manche halten ihn für ein Schwein, für andere ist er eine "geile Sau". Fakt ist: Robin Thicke landete 2013 mit "Blurred Lines" (719 Millionen Aufrufe bei YouTube) einen internationalen Mega-Hit, musste dafür gleichzeitig aber auch viel Sexismus-Kritik einstecken, war dann weg und ist jetzt irgendwie wieder da. Sieben Jahre nach seinem letzten Langspieler "Paula" (2014) hat er sein neues Album "On Earth, And In Heaven" auf den Markt gebracht.

Fakt ist auch: Robin Thicke musste in den letzten Jahren viel einstecken. Nicht nur die Schelte für den Song "Blurred Lines", in dem es um Beischlaf mit einer vermeintlich willenlosen Betrunkenen geht. 2016 starb sein Vater, 2018 fiel seine Malibu-Villa den verheerenden Waldbränden in Kalifornien zum Opfer. Außerdem hat er eine ziemlich schmutzige Scheidung hinter sich und musste eine Strafe in Millionenhöhe bezahlen, als herauskam, dass "Blurred Lines" bei Marvin Gaye ("Got To Give It Up") abgekupfert war. Auf "On Earth, And In Heaven" finden diese wenig erbaulichen Themen durchaus ihren Platz, aber Thicke ist offenbar trotz allem Optimist geblieben und spielt vor allem Gute-Laune-Pop mit ein bisschen Soul und Latin. Einen Song mit Pharrell Williams, der damals "Blurred Lines" produzierte, gibt es auch wieder.

Django Django - Glowing In The Dark

Als Django Django 2012 ihr selbstbetiteltes Debüt veröffentlichten, stürzten sich Indie-Fans und auch die Musikpresse begeistert auf das Londoner Quartett. Endlich mal wieder eine neue Band, die auch wirklich neu klingt! "Django Django" wurde seinerzeit unter anderem vom "Musikexpress" als "Album des Jahres" ausgezeichnet, und neun Jahre später gehören Django Django mit ihrem exotischen Rock-Pop-Sound immer noch zu den charakterstärksten Bands der Szene.

"Glowing In The Dark" heißt das gerade erschienene vierte Album der Band, die ihren Stil in verschiedene Richtungen weiterentwickelt hat. Die verträumten Momente sind jetzt noch verträumter als früher ("Free From Gravity") und die tanzbaren noch tanzbarer ("Glowing In The Dark"). Zudem erwartet die Hörer diesmal eine prominente Gastmusikerin: Schauspielerin und Sängerin Charlotte Gainsbourg unterstützt die Band im Stück "Waking Up". Gut möglich also, dass Django Django auch mit diesem Album wieder ein paar neue Fans dazugewinnen.