"Etwas mit den eigenen Händen schaffen"

Berufsportrait Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Als Jürgen Kirsten 1972 seine Berufsausbildung zum Gasmonteur abschloss und danach weitere Abschlüsse und Qualifizierungen im Klempner- und Installateur- und Heizungsbauer-Handwerk machte, gab es den Beruf Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) noch gar nicht. Alle Bereiche der Haustechnik, Technologien, Materialien, Fertigungsverfahren, aber auch Vorschriften und Auflagen beispielsweise im Umweltschutz haben sich in den vergangenen Jahren gewaltig verändert und damit auch die entsprechenden Berufsbilder. Doch etwas Entscheidendes hat sich nicht geändert und wird sich auch künftig nicht ändern, ist Jürgen Kirsten überzeugt, der seit 2015 Kreishandwerksmeister in Chemnitz ist und seit 2018 Ehrenobermeister der SHK-Innung Chemnitz: "Das Schöne an meinem Beruf ist, dass man etwas mit den eigenen Händen schafft, das die Lebensqualität der Menschen verbessert, sie glücklich macht und über viele Jahre besteht. Es ist wirklich ein tolles Gefühl, wenn der Kunde zufrieden ist beispielsweise über sein neues Bad. Und wenn er nach Jahren wieder zu mir kommt, weil er seine Heizung modernisieren will und dann sagt, dass er jeden Tag mit Freude in sein Bad geht, dann weiß ich nicht nur, dass ich einen guten Job gemacht habe, sondern auch, warum ich diesen Beruf so liebe."

Die lange Berufsbezeichnung Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik deutet es bereits an: Es ist ein sehr vielseitiger und damit abwechslungsreicher Beruf. Wer eine entsprechende Ausbildung absolviert, wird zum Profi für alle wichtigen Versorgungseinheiten rund um Wasser und Gas. Ebenso gehören Montage, Reparatur und Wartung zum Beispiel von Solaranlagen und Wärmepumpen zum Tätigkeitsfeld. Jedes Haus ist anders und jeder Besitzer hat eigene Vorstellungen bzw. Wünsche und so ist jeder Auftrag ein neues, herausforderndes und spannendes Projekt.

"Es ist nach wie vor ein handwerklicher Beruf, aber handwerkliches Geschick allein reicht heute nicht mehr aus", so der Ehrenobermeister und erklärt. "Wer diesen Beruf ergreifen möchte, muss auch Kenntnisse in Naturwissenschaften, vor allem Physik und Mathematik, mitbringen."

Viele Berufe werden in den kommenden 20, 30 Jahren verschwinden, aber Anlagenmechaniker für SHK ist ein Beruf mit Zukunft. Jürgen Kirsten: "Wer sich für diesen beruflichen Weg entscheidet, entscheidet sich für eine Branche, die sich ständig weiterentwickelt und geprägt wird von neuen, innovativen Technologien. Nach dem Berufsabschluss gibt es viele Qualifizierungsmöglichkeiten und verschiedene Richtungen, in denen man sich spezialisieren kann. Dieser Beruf hat das Potential, ein Leben lang interessant zu bleiben und immer wieder aufs Neue zu begeistern. Und man kann mit seiner Hände Arbeit gutes Geld verdienen." wei