"Free Kirill": Lars Eidinger demonstriert für russischen Regisseur

Bei Kirill Serebrennikow handelt es sich um einen der bekanntesten Regisseure Russlands. Nun ist er von einem Moskauer Gericht schuldig gesprochen worden, angeblich Fördergelder unterschlagen zu haben. Schauspieler Lars Eidinger demonstrierte vor der russischen Botschaft für die Freiheit des Russen.

Vor der russischen Botschaft in Berlin hatte sich am Freitag eine kleine Gruppe Demonstranten versammelt. Sie trugen unter anderem ein Schild mit der Aufschrift "Freiheit = Wahrheit = Kultur" und ein Banner mit dem Slogan "Free Kirill". Gemeint ist der prominente russische Regisseur Kirill Serebrennikov, dem nach jahrelangem Hausarrest und Reisebeschränkungen bis zu sechs Jahre Haft drohten - wegen der angeblichen Unterschlagung von Fördermitteln. Nun hat ihn ein Moskauer Gericht schuldig gesprochen, das Strafmaß ist noch unklar. Unter den Demonstranten befand sich mit Lars Eidinger auch ein deutsches Schauspiel-Schwergewicht.

Bereits am Donnerstag solidarisierte sich Eidinger mit dem russischen Regisseur, der zudem das russische Avantgarde-Theater Gogol Center leitet und stets seine Unschuld beteuerte, über Instagram. Der 44-Jährige schrieb in seinem Statement von "Beschuldigungen, die in dem seit 2017 laufenden Strafprozess in keiner Weise belegt werden konnten." In dem umstrittenen Prozess sind zudem der Produzent Alexej Malobrodski, die Direktorin des Moskauer Jugendtheaters, Sofia Apfelbaum, und der ehemalige Direktor des Siebten Studios Yuri Iti angeklagt - allesamt wegen der Veruntreuung von Fördergeldern.

Serebrennikov ist dafür bekannt, gerne Gesellschaftskritik in seine Filme und Theateraufführungen einfließen zu lassen - in manchen Kreisen Russlands wird das nicht gerne gesehen. Er räumte ein, dass die Buchhaltung seines Theaters schlecht organisiert war, und er nichts von Finanzen verstünde. Allerdings seien seiner Meinung nach keine Beweise vorgelegt worden. So sieht das auch Lars Eidinger, der nicht nur mit einem weiteren "Free Kirill"-Foto auf Instagram nachlegte, sondern seine Meinung auch vor der russischen Botschaft vertrat.