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"Korrupt": Riesen Aufregung über Grammy-Nominierungen

The Weeknd wurde für keinen Grammy nominiert. Nun unterstellt der Musiker der Recording Academy Korruption. Und auch Sänger Justin Bieber ärgert sich über die diesjährigen Nominierungen.

Mit seinem jüngsten Album "After Hours" katapultierte sich der Musiker The Weeknd im vergangenen Frühling in mehreren Ländern auf Platz eins der Charts - unter anderem in Kanada, den USA, in Österreich und der Schweiz. Umso seltsamer erschien es, dass der kanadische R&B-Sänger keine einzige Grammy-Nominierung erhielt. Nun unterstellte der 30-Jährige der Recording Academy, die jedes Jahr den renommierten Musikpreis vergibt, Korruption.

"Die Grammys bleiben korrupt", erklärte der Sänger in einem Twitter-Beitrag. "Ihr seid mir, meinen Fans und der Musikindustrie Transparenz schuldig." Abel Makkonen Tesfaye, so der bürgerliche Name des kanadischen Künstlers, beziehe sich laut dem Branchenblatt "Variety" bei seinen Vorwürfen auf das Verfahren, nach dem die Nominierungen ausgewählt werden: Dieses sei geheim, ebenso wie die Identitäten der Personen, die die Nominierten auswählen.

Harvey Mason, jr., der CEO der Recording Academy, erklärte gegenüber "Variety" hingegen, dass er den Musikprofis bei der Auswahl der Nominierungen über die Schultern geschaut habe. "Sie hörten sich jeden Song kritisch an", beschrieb er. "Ich glaube nicht, dass es dabei einen Fehler gab." Sie seien bei der Auswahl der Nominierten nicht danach vorgegangen, eine Person zu brüskieren, sondern hätten lediglich nach exzellenter Musik gesucht.

Direkt auf The Weeknds Fehlen bei den Nominierungen angesprochen fügte er hinzu: "Wir verstehen, dass The Weeknd enttäuscht ist, nicht nominiert worden zu sein. Ich war überrascht und kann seine Gefühle nachempfinden. Seine Musik in diesem Jahr war ausgezeichnet, und seine Beiträge für die Musikgemeinschaft und die weite Welt verdienen die Bewunderung aller." Leider gebe es allerdings jedes Jahr weniger Nominierungen als Künstler, die sie auch verdient hätten.

Falsche Kategorie für Justin Bieber?

Nicht nur The Weeknd beschwerte sich in diesem Jahr über die Nominierungen - auch Sänger Justin Bieber verkündete via Instagram seinen Unmut. Bieber wurde insgesamt viermal nominiert, allerdings in den falschen Kategorien, wie er findet: So sei er vor allem in Pop-Kategorien nominiert worden, obwohl sein Album "Changes" doch eigentlich ein R&B-Album sei.

"'Changes' war und ist ein R&B-Album. Es wird nicht als R&B-Album anerkannt, was mir sehr merkwürdig erscheint", erklärte der 26-Jährige. "Dass dies nicht in diese Kategorie eingeordnet werden kann, fühlt sich seltsam an, wenn man bedenkt, dass es sich von den Akkorden über die Melodien und den Gesangsstil bis hin zu den ausgewählten Hip-Hop-Drums unbestreitbar und unverkennbar um ein R&B-Album handelt!" Allerdings bedankte Bieber sich trotzdem für die Nominierungen und betonte, dass dies nur "seine Gedanken" seien, er nicht "undankbar" sei, sich geehrt fühle und dass er Pop-Musik liebe.

Der Grammy gehört zu den bedeutendsten Musikpreisen der Welt und wird in rund 80 Kategorien vergeben. Verliehen werden die Auszeichnungen am 31. Januar 2021.