Meistertitel mit Liverpool: Jürgen Klopp kommen im TV die Tränen

Es war ein ergreifender Moment für "Reds"-Trainer Jürgen Klopp. Nach 30 Jahren Warten kürte sich der FC Liverpool wieder zum englischen Meister. Klar, dass ein so emotionaler Trainer wie Klopp da auch mal ein Tränchen verdrückt.

Drei Jahrzehnte sind eine verdammt lange Zeit. Für Fans des so stolzen FC Liverpool müssen sich die letzten 30 Jahre wie eine Ewigkeit angefühlt haben, schließlich ist es so lange her, dass sich die "Reds" zuletzt zum englischen Meister krönten - bis Donnerstag. Durch die 1:2-Niederlage des Verfolgers Manchester City beim FC Chelsea ist Liverpool und ihrem deutschen Trainer Jürgen Klopp der Titel nicht mehr zu nehmen. Klar, dass den ohnehin für seine emotionalen Ausbrüche bekannten Coach da die Gefühle übermannten. In einem Interview mit dem englischen Sender Sky kamen dem frisch gebackenen Meistertrainer die Tränen. "Es ist für euch alle da draußen. Ein unglaublicher Moment. Feiert es, genießt es!", weiß Klopp offenbar, was den LFC-Fans dieser lang ersehnte Titel bedeutet.

"Das ist das Beste, was ich mir vorstellen kann und mehr, als ich mir je erträumt hatte", weinte der 53-Jährige. "Meister mit diesem Klub zu werden, ist unglaublich", so Klopp weiter. "Was die Jungs in den letzten zwei, drei Jahren geleistet haben. Eine pure Freude für mich, sie zu trainieren", würdigte er in der Stunde des Triumphs nochmals seine Mannschaft. Als schließlich auch noch die Liverpool-Ikonen Graeme Souness, langjähriger Kapitän und Ex-Trainer des Klubs, sowie der letzte Meister-Coach Sir Kenny Dalglish zugeschaltet wurden und ihm zum historischen Titel gratulierten, wurde es Jürgen Klopp zu viel. Unter Tränen musste er das Interview abbrechen.

Für den ehemaligen Mainzer und Dortmunder Bundesligatrainer ist es der Höhepunkt seiner Tätigkeit in Liverpool. Im Oktober 2015 gehörte der Klub nicht mehr zu Europas Spitzenteams. Angetreten als selbstbetitelter "The Normal One" führte Klopp die "Reds" zurück an die Spitze. Ein Jahr zuvor verpasste er den Meistertitel nur knapp - trotz lediglich einer Niederlage - holte aber mit der Champions-League-Trophäe den renommiertesten europäischen Vereinspokal und krönte sich später gar zum Klub-Weltmeister.

Kommt jetzt die Statue?

Trotz dieser immensen Erfolge kommt für die Liverpool-Fans wohl nichts an diese Meisterschaft heran. Vereins-Legende Steven Gerrard sagte gegenüber dem Online-Magazin "The Athletic": "Wenn Jürgen die Meisterschaft holt, dann sollten sie schon mit der Arbeit an einer Statue von ihm anfangen." Ob wirklich eines Tages vor der Anfield Road eine Replik von Jürgen Klopp steht, bleibt abzuwarten. Die insgesamt 19. englische Meisterschaft und die erste seit Einführung der Premier League 1992 ist dem FC Liverpool aber ebenso wenig zu nehmen, wie Klopp das Privileg, als erster deutscher Trainer im Mutterland des Fußballs die Meisterschaft errungen zu haben.