Mit Vollgas und einem Schild voraus

Menschen Martin Schrott fährt das erste Mal Infomotorrad

Über die 40. Erzgebirgsrundfahrt wurde großes Lob seitens des Bund deutscher Radfahrer ausgesprochen. "Das schönste und bestorganisierteste Rennen in Deutschland!", hieß es. Auch viele Teams meldeten sich bei dem Organisator Harald Janschewski und lobten die mit Liebe zum Detail organisierte Veranstaltung. Auch gehörten zur Organisation und zum gelungen Rennen die viele Ehrenamtlichen Helfer. So auch zum Beispiel der Chemnitzer Martin Schrott, der erstmals auf dem Motorrad mit einem riesigen Schild auf dem Rücken die Erzgebirgsrundfahrt begleitete. Als Informant hatte er eine der wichtigsten Aufgaben. Was er genau machen musste und welche Hürden er überwinden musste, erklärt er unserer Reporterin Nicole Neubert im Interview.

Was musstest Du als Infomotorradfahrer genau machen?

Meine Aufgabe war es, die Zeiten der Ersten Fahrer bzw. der Fahrergruppen bis zum Hauptfeld zu messen und diese auf dem Tafelschild, welches ich auf dem Rücken trug zu notieren. Anschließend habe ich dann die jeweiligen Fahrergruppen wieder eingeholt und bin an ihnen vorbeigefahren. Auf dem Schild konnten sie sich dann über die aktuellen Zeiten informieren.

War es eine schwierige Aufgabe bzw. was war die größte Herausforderung?

Schwierig war die Aufgabe nicht aber auf jeden Fall sehr anspruchsvoll. Es war ein großes Fahrerfeld. In diesem Getümmel war es nicht ganz so einfach den Überblick für die teilweise 10cm vom Lenker entfernten Radfahrer zu behalten und vor allem diese nicht zu behindern. Dennoch musste ich sie überholen. Das war manchmal nicht ganz einfach.

Wie bist Du zu diesem Job gekommen und wie hat es sich angefühlt diesen das erste Mal zu übernehmen?

Harald Janschewski wusste, dass ich Motorrad fahre. Er rief mich eines Abends an und fragte, ob ich mir das zutrauen würde diesen Job zu übernehmen. Es war eine sehr schöne Erfahrung die mir widerfahren ist, da es wirklich mittendrin statt nur dabei war.

Wie war dein Empfinden dabei?

Am Anfang war die Last relativ groß, weil ich mir nicht sicher war ob ich das als Einzelfahrer alles zeitlich schaffe. Ich musste das Fahrerfeld überholen, anhalten, das große Schild abnehmen, die Zeit stoppen, die Zeiten aufschreiben dann wieder alles einpacken und dann mit Vollgas voraus.

Davor hatte ich anfangs großen Respekt. Aber die Euphorie der Leute an der Strecke war zu spüren. Also entschied ich die Passanten an der Straße schreiben zu lassen. Da war die Last weg und ich konnte das alles wirklich sehr als Erfahrung genießen.

Wie kam es dazu, dass Passanten geholfen haben? Hast Du sie gefragt?

Ja, ich bin an den Rand gefahren und habe sie einfach um Hilfe gebeten. Alle waren sehr hilfsbereit und gleichzeitig interessiert was ich da mache.

Hattest Du zwischendrin Probleme dich zu konzentrieren?

Nein, die Konzentration war da und ich musste die ganze Zeit bei 110 Prozent sein. Ich bin mit bis zu über 100 km/h die abgesperrten Straßen lang gedüst und musste mit dem Windwiderstand des riesen Schildes kämpfen. Auch das Fahrerfeld musste ich immer im Blick behalten damit ich niemanden behindere.

Hattest Du eine Panne beim Fahren?

Ja, in Gelenau wollte ich in einer Linkskurve niemanden behindern und bin deshalb so nah wie möglich am Bordstein gefahren. In diesem Moment habe ich nicht mehr an mein Schild auf dem Rücken gedacht und in der Höhe habe ich mich auch etwas verschätzt. Mein Schild blieb an einem Straßenschild hängen. Gott sei Dank ist das Straßenschild nur ins kippeln gekommen und nicht umgefallen. Das war das einzige. Anders sah das bei meinem Kollegen aus. Er hatte leider mit seiner Maschine weniger Glück und musste nach der 2. Runde das Motorrad aufgrund von Motorproblemen stilllegen.

Würdest Du es wieder machen?

Ja auf jeden Fall. Jetzt weiß ich wie es geht und es hat mir großen Spaß gemacht.